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Amnesty International

Amnesty: Facebook mitverantwortlich für Gewalt gegen Rohingya

Die Vorwürfe wiegen schwer: Facebook-Algorithmen haben laut Amnesty International wesentlich zu den Gräueltaten gegen Rohingya im Jahr 2017 beigetragen. Das Unternehmen habe gewusst, dass seine Algorithmen Hassbotschaften in Myanmar stark vorantreiben.

Dienstag, 25.10.2022, 20:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 25.10.2022, 14:45 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Amnesty International fordert vom Facebook-Mutterkonzern Meta Entschädigungen für verfolgte Rohingya aus Myanmar. Die Facebook-Algorithmen hätten wesentlich zu den Gräueltaten der myanmarischen Streitkräfte gegen die ethnische Minderheit der Rohingya im Jahr 2017 beigetragen, heißt es in einem veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Amnesty bekräftigt damit seit Jahren erhobene Vorwürfe, dass Hass und Hetze gegen die Rohingya in Facebook nicht entsprechend gestoppt wurde.

Im mehrheitlich buddhistischen Myanmar hatte die Armee im August 2017 unter dem Vorwand einer Antiterror-Mission eine Offensive gegen die Rohingya begonnen, bei der Tausende Menschen getötet wurden. Hunderttausende Menschen flohen nach Bangladesch. Dieser Gewalt waren lange Diskriminierung, Verfolgung und Unterdrückung vorangegangen. Amnesty International zufolge war in den Monaten und Jahren vor dem gewaltsamen Vorgehen der Streitkräfte Facebook in Myanmar zu einem Verstärker für Rohingya-feindliche Inhalte geworden.

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Meta wusste: Algorithmen verbreiten Hassbotschaften

Der neue Bericht zeige, dass Meta wusste, dass die Algorithmen von Facebook die Verbreitung von solchen Hassbotschaften in Myanmar stark vorangetrieben hätten. Trotzdem sei das Unternehmen untätig geblieben. „Meta hat durch seine Untätigkeit und sein unerbittliches Gewinnstreben maßgeblich zu den schweren Menschenrechtsverletzungen an den Rohingya in Myanmar beigetragen“, erklärte Kristina Hatas von Amnesty Deutschland. Das Unternehmen müsse dafür zur Rechenschaft gezogen werden und Entschädigungen zahlen, forderte sie. Außerdem müsse Meta dringend weitreichende Änderungen an seinem Geschäftsmodell und seinen Algorithmen vornehmen.

Auch eine Untersuchungskommission im Auftrag der UN hatte eine Rolle des sozialen Netzwerks im Zusammenhang mit der Gewalt gegen die Rohingya festgestellt. Facebook hatte wiederholt betont, die Lücken schließen zu wollen. (epd/mig)

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