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Geflüchtete an Bord der Sea Watch © Twitter/@seawatchcrew

Mittelmeer

Private Seenotretter eilen von Einsatz zu Einsatz. Europa schaut zu.

Erneut haben private Rettungsschiffe binnen weniger Stunden zahlreichen Menschen im Mittelmeer das Leben gerettet. Die Helfenden wiederholen ihre Forderung nach legalen Fluchtwegen. In diesem Jahr sind bereits mehr als 1.200 Menschen gestorben oder werden vermisst.

Sonntag, 11.09.2022, 13:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 11.09.2022, 11:23 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Innerhalb von weniger Tage hat die Besatzung der „Sea-Watch 3“ Flüchtlinge aus mehreren Booten in Seenot gerettet. Insgesamt würden nun 394 Menschen an Bord versorgt, darunter ein zwei Wochen altes Baby, teilte die Hilfsorganisation Sea-Watch am Sonntag mit. Am Donnerstag hatte die Crew bei zwei Einsätzen im Mittelmeer 128 Geflüchtete gerettet, am Mittag 64 aus einem überfüllten Holzboot und kurz danach weitere 64 Menschen aus einem instabilen Schlauchboot. Am Freitag kamen 139 Flüchtlinge aus zwei weiteren Booten dazu. Drei weitere Rettungseinsätze kamen Samstagnacht dazu.

Auch die „Humanity 1“ hatte am Freitag einen weiteren Einsatz, bei dem nach Angaben der Organisation SOS Humanity 72 Menschen vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet wurden. Bei zwei zeitnah folgenden weiteren Einsätzen stieg die Zahl der Geretteten an Bord auf 208. Niemand habe eine Rettungsweste getragen, und die Rettungsleitstellen der Anrainerstaaten hätten nicht auf Hilfsrufe reagiert. Insgesamt befinden sich demnach 183 Geflüchtete an Bord. Bei einer ersten Rettung Mitte der Woche hatte die Besatzung 111 Menschen ebenfalls vor der libyschen Küste aus einem überfüllten Schlauchboot aufgenommen.

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„Die Forderung nach legalen Fluchtwegen bleibt absolute Notwendigkeit“, erklärte Sea-Watch. Das Mittelmeer zählt zu den wichtigsten und zugleich gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Seit Beginn des Jahres sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 1.264 Menschen bei der Überfahrt gestorben oder gelten als vermisst. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.

Keine staatliche Seenotrettung auf dem Mittelmeer

Es gibt keine staatlich organisierte Seenotrettung auf dem Mittelmeer. Lediglich private Initiativen halten nach Flüchtlingen in Seenot Ausschau. Unterstützt werden sie von der Notruf-Organisation Alarm Phone, die eine Hotline für Flüchtlinge in Gefahr betreibt. Immer wieder gibt sie den Rettungsorganisationen Hinweise auf Boote in Seenot, so auch bei einem der jüngsten Einsätze der „Sea-Watch 3“ und der zweiten Rettung durch die „Humanity 1“.

Außer der „Sea-Watch 3“ und der „Humanity 1“ ist derzeit auch die „Sea-Eye 4“ der gleichnamigen Organisation ebenfalls mit 129 geretteten Menschen an Bord auf dem Mittelmeer unterwegs. Zuletzt hatte die Besatzung 54 Menschen von der „Rise Above“ der Organisation Mission Lifeline übernommen, da die „Sea-Eye 4“ für ihre Versorgung besser ausgerüstet sei. Die Menschen, darunter 30 unbegleitete Minderjährige, waren nach drei Tagen ohne Essen und Trinken aus einem seeuntüchtigen Boot gerettet worden. (epd/mig)

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