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Rettungsschiff "Ocean Viking" © Anthony Jean/SOS Mediterranee

Kinder und Babys

Hunderte Menschen im Mittelmeer gerettet

Drei Rettungsschiffe privater Initiativen haben Hunderte Menschen im Mittelmeer gerettet. Bei einigen Einsätzen hatte die Notruf-Initiative „Alarm Phone“ den Ausschlag gegeben.

Freitag, 21.01.2022, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20.01.2022, 17:15 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Private Seenotrettungsinitiativen haben innerhalb von 24 Stunden mehr als 450 Menschen vor dem Ertrinken im Mittelmeer gerettet. Die Besatzung der „Geo Barents“ von „Ärzte ohne Grenzen“ nahm bei einem zweiten Einsatz weitere 109 Flüchtlinge an Bord, wie die Organisation am Donnerstag erklärte. Am Mittwoch hatte sie bereits 87 Geflüchtete aus einem überfüllten Schlauchboot gerettet.

Die Crew der „Mare Jonio“ der italienischen Organisation Mediterranea Saving Humans forderte mit 208 Geretteten an Bord die Zuweisung eines Hafens. Die Besatzung hatte die Menschen demnach in zwei Einsätzen an Bord geholt, zuletzt am Donnerstagmorgen 107 Überlebende aus einem Holzboot, darunter 14 Frauen und zwei Kinder unter einem Jahr. In der Nacht davor hatte sie die anderen rund 100 Frauen, Männer und Kinder in einer vierstündigen Operation aus einem sinkenden Holzboot gerettet. Einige der Insassen seien bereits über Bord gegangen, hätten aber ebenfalls gerettet werden können.

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Die vom Street-Art-Künstler Banksy unterstützte „Louise Michel“ rettete am Donnerstag 62 Flüchtlinge aus einem Schlauchboot in Seenot. Darunter seien mehrere Kinder und Babys, erklärte die Besatzung des Schnellbootes über Twitter. Die meisten Geretteten seien erschöpft und traumatisiert, aber erleichtert, überlebt zu haben.

Hohe Dunkelziffer

Bei mehreren dieser Einsätze war der Hilferuf der Menschen in Seenot über die Not-Hotline der Initiative „Alarm Phone“ eingegangen, die im Anschluss die Küstenwachen der europäischen Mittelmeeranrainer und die privaten Initiativen informiert. Die Menschen fliehen aus Libyen, wo die Bedingungen für Flüchtlinge gefährlich und menschenverachtend sind. In den Camps der libyschen Behörden herrschen Gewalt und Not.

Die Fahrt über das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn des Jahres mindestens 31 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. Im Jahr 2021 waren es 2.043 Menschen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. (epd/mig)

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