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Rettungsschiff Alan Kurdi im Mittelmeer © Sea Eye/Fabian Heinz

EU schaut zu

„Sea-Eye 4“ rettet weitere 88 Menschen aus Seenot

Seenotretter eilen im Mittelmeer von einem Einsatz zum nächsten. Erneut wurden 88 Geflüchtete an Bord genommen. Die Menschen waren bereits drei Tage unterwegs und stark dehydriert. Trotz der vielen Vorfälle weigert sich die EU, eine staatliche Seenotrettungsmission einzurichten.

Dienstag, 02.08.2022, 15:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 02.08.2022, 13:49 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Das Rettungsschiff „Sea-Eye 4“ hat am Sonntagabend 88 Geflüchtete im Mittelmeer an Bord genommen. Die Besatzung habe die Menschen in der Dunkelheit aus ihrem Holzboot in der maltesischen Such- und Rettungszone evakuiert, erklärte Sea-Eye. Davor hatte die Crew des Segelschiffs Nadir die Erstversorgung übernommen und den Menschen Rettungswesten und Wasser gegeben.

Die Insassen seien bereits drei Tage unterwegs und stark dehydriert gewesen, teilte die Organisation Resqship, die das Beobachtungsschiff betreibt, mit. Ein Fischer habe den Notfall über Funkruf gemeldet.

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In den vergangenen Tagen sind sehr viele Menschen auf dem Mittelmeer gerettet worden. Derzeit ist die „Geo Barents“ von „Ärzte ohne Grenzen“ mit 659 Flüchtlingen an Bord auf dem Mittelmeer unterwegs und wartet auf die Zuweisung eines Hafens. Die „Ocean Viking“ erhielt am Wochenende die Erlaubnis, 387 Geflüchtete an Bord im italienischen Salerno an Land zu bringen. Die „Ocean Viking“ hatte die Menschen, darunter mehr als hundert Minderjährige, in den vergangenen Tagen bei mehreren Einsätzen gerettet.

Keine staatliche Seenotrettung

Die „Sea-Watch 3“ erreichte bereits am Samstag den ihr zugewiesenen Hafen von Tarent und ließ mehr als 430 Flüchtlinge von Bord. Das Rettungsschiff hatte die Flüchtlinge und Migranten am Wochenende zuvor bei mehreren Einsätzen im Mittelmeer gerettet und anschließend ebenfalls mehrere Tage auf die Zuweisung eines europäischen Hafens gewartet. Einige der Überlebenden mussten aus medizinischen Gründen evakuiert werden.

Das Mittelmeer ist eine der wichtigsten und zugleich gefährlichsten Fluchtrouten nach Europa. Immer wieder wagen Menschen auf der Suche nach Schutz die riskante Überfahrt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn des Jahres mehr als 1.050 Flüchtlinge und Migranten bei der Fahrt über das Mittelmeer gestorben oder gelten als vermisst. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Trotz starker Kritik gibt es dort keine staatlich organisierte Seenotrettung. (epd/mig)

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