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Ein Flüchtlingslager in Nigeria (Archiv) © World Food Programme (WFP)

Studie

Zahl der Binnenflüchtlinge weltweit auf Höchststand

Ende 2021 waren weltweit knapp 60 Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Danach waren Gewalt und Naturkatastrophen die größten Fluchtursachen. Afrika sei am stärksten betroffen gewesen.

Donnerstag, 19.05.2022, 19:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 19.05.2022, 16:34 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat laut einer Studie Ende vergangenen Jahres mit 59,1 Millionen einen neuen Höchststand erreicht. Im Jahr 2020 seien noch 55 Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht vor Gewalt, Kriegen und Naturkatastrophen gewesen, teilte das Beobachtungszentrum für interne Vertreibung in seinem am Donnerstag in Genf veröffentlichten Jahresbericht mit.

Neue Wellen von Gewalt sowie Langzeitkonflikte in Ländern wie Äthiopien, Afghanistan, Syrien und der Demokratischen Republik Kongo hätten die Flüchtlingssituation weiter verschärft, hieß es. Demnach waren Ende des vergangenen Jahres 53,2 Millionen Menschen vor Gewalt und Krieg auf der Flucht, während 5,9 Millionen Menschen sich vor Stürmen, Überschwemmungen, Dürren und anderen Naturkatastrophen in Sicherheit brachten.

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Ukraine-Flüchtlinge im Bericht nicht erfasst

Der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrats, Jan Egeland, betonte, dass die aktuelle Lage jedoch noch viel schlimmer sei. Die fast acht Millionen Kinder, Frauen und Männer, die in diesem Jahr vor dem russischen Angriffskrieg innerhalb der Ukraine geflüchtet seien, hätten in dem Bericht noch nicht erfasst werden können.

„Wir brauchen ein gewaltiges Umdenken bei den führenden Politikern der Welt in Bezug auf die Verhütung und Lösung von Konflikten, um dieses immense menschliche Leid zu beenden“, sagte er. Das Beobachtungszentrum für interne Vertreibung gehört zum Norwegischen Flüchtlingsrat.

2021: 38 Millionen neue Binnenvertriebene

Im Jahr 2021 seien rund 38 Millionen neue Binnenvertreibungen gemeldet worden, hieß es weiter. Konflikte und Gewalt lösten demnach 14,4 Millionen Bewegungen aus, was einem Anstieg von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Afrika südlich der Sahara sei 2021 die am stärksten betroffene Region gewesen.

Das Völkerrecht unterscheidet zwischen Binnenflüchtlingen einerseits und Flüchtlingen andererseits. Flüchtlinge fliehen vor Unterdrückung, Gewalt und Krieg aus ihrem Heimatland in ein anderes Land. Das Hilfswerk UNHCR gab die Zahl der Flüchtlinge für Mitte 2021 mit rund 27 Millionen an. Das Beobachtungszentrum für interne Vertreibung gehört zum Norwegischen Flüchtlingsrat. Die Stelle arbeitet eng mit den Vereinten Nationen zusammen. (epd/mig)

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