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Berliner Hauptbahnhof (Archiv) © 12019 @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Einzelfälle

Kein struktureller Antiziganismus bei der Deutschen Bahn

Im März wurden geflüchteten Roma aus der Ukraine von Bahn-Mitarbeitern der Zugang zu Aufenthaltsräumen am Bahnhof verwehrt. Bei einem Treffen haben Zentralrat und die Bahn darüber beraten. Die Vorfälle sollen aufgeklärt und in Zukunft vermieden werden.

Sonntag, 15.05.2022, 15:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 15.05.2022, 11:31 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Nach antiziganistischen Vorfällen bei der Deutschen Bahn hat der Konzern Aufklärung zugesichert. „Diskriminierung und Antiziganismus haben bei der Deutschen Bahn keinen Platz“, erklärte Bahnchef Richard Lutz nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden des Zentralrates der Deutschen Sinti und Roma, Romani Rose, und dem Antiziganismusbeauftragten der Bundesregierung, Mehmet Daimagüler.

Zwischen Zentralrat und Bahn sei eine enge Zusammenarbeit im Bereich Aufklärung und Sensibilisierung von Mitarbeitenden zum Thema Antiziganismus vereinbart worden, teilten der Konzern und der Zentralrat am Freitag mit.

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Rose erklärte, er sei nun davon überzeugt, dass es sich bei den dokumentierten Fällen „nicht um strukturelle Diskriminierung bei der Deutschen Bahn handelt, sondern um Einzelfälle, die gleichwohl aufgeklärt werden müssen“. Dies habe die Deutsche Bahn zugesichert. Wichtig sei, dass die Deutsche Bahn sicherstelle, dass sich solche Vorfälle in Zukunft nicht wiederholen.

Daimagüler: Nur die Spitze des Eisbergs

Mehmet Daimagüler, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus, verwies auf die gesellschaftspolitische Vorbildfunktion, die ein großes Unternehmen wie die Deutsche Bahn hat: „Wir wissen, dass bekannt geworden Fälle von Rassismus oft nur die Spitze eines Eisberges sind. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen und Institutionen entschlossen reagieren.“

Hintergrund waren Vorfälle im März, bei denen in Mannheim und Berlin Angehörigen der Roma-Minderheit aus der Ukraine der Zugang zu Flüchtlings-Aufenthaltsräumen am Bahnhof verwehrt wurde. Die Begründung des Bahnpersonals sei gewesen, dass sich zuvor eine Gruppe Geflüchteter, die von den Mitarbeitern der DB-Sicherheit ebenfalls der Roma-Minderheit zugeordnet worden war, in den Räumlichkeiten nicht angemessen verhalten habe, hatte der Zentralrat damals berichtet. (epd/mig)

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