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Die Bahn © kaffeeeinstein auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Systematische Diskriminierung

Romani Rose beklagt antiziganistische Vorfälle bei Deutscher Bahn

Die Vorwürfe wiegen schwer. Der Zentralrat wirft der Deutschen Bahn systematische Ungleichbehandlung von Sinti und Roma bei der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine vor. Zentralrat-Vorsitzender Rose spricht von inakzeptablen Vorgängen.

Donnerstag, 31.03.2022, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 30.03.2022, 20:39 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, wirft der Deutschen Bahn antiziganistische Vorfälle im Zusammenhang mit der Einreise ukrainischer Flüchtlinge vor. In der Nacht vom 23. auf den 24. März sei Geflüchteten von Mitarbeitern der DB-Sicherheit der Zugang zu den dafür vorgesehenen Räumlichkeiten am Mannheimer Hauptbahnhof aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Roma-Minderheit verwehrt worden, heißt es in einem am Mittwoch in Heidelberg veröffentlichten Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Richard Lutz. Darin bitte er um ein persönliches Gespräch mit Lutz gemeinsam mit dem neuen Beauftragten der Bundesregierung gegen Antiziganismus, Mehmet Daimagüler.

Nach Aussage einer Mitarbeiterin des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma sowie weiteren ehrenamtlichen Helfern vor Ort habe eine Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes die schutzsuchenden Menschen mit einem mitgeführten Dobermann eingeschüchtert, hieß es weiter. Zur gleichen Zeit sei anderen Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine unproblematisch der Zugang zu den Aufenthaltsräumen gewährt worden.

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Zentralrat kritisiert Ungleichbehandlung

Dieses Vorgehen sei damit begründet worden, dass sich in der Vergangenheit eine Gruppe Geflüchteter, die von den Mitarbeitern der DB-Sicherheit ebenfalls der Roma-Minderheit zugeordnet worden war, in den für ukrainische Kriegsflüchtlinge bereitgestellten Räumlichkeiten nicht angemessen verhalten habe, so der Zentralrat: „Aus diesem Grunde sollte auch der in der Nacht vom 23. auf den 24. März in Mannheim angekommenen Familie, die primär aus Frauen und kleinen Kindern bestand, und die sich nach Auskunft der ehrenamtlichen Helfer ruhig und unauffällig verhalten habe, der Zutritt zu den Aufenthaltsräumen verwehrt werden.“

Die Geflüchteten seien daraufhin auf private Initiative in die Erstaufnahmestelle in Heidelberg verbracht worden, wo sie versorgt und sicher untergebracht werden konnten. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kritisierte diese Ungleichbehandlung bei der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine als völlig inakzeptabel. Dies verstoße gegen geltende Gleichbehandlungsgrundsätze. Ein ähnlicher Vorfall sei vom Hauptbahnhof in Berlin berichtet worden. Der Zentralrat habe daher die „begründete Sorge, dass es sich hier nicht einen Einzelfall handelt, sondern dass die Ungleichbehandlung von Geflüchteten durch Mitarbeiter der DB-Sicherheit System hat.“ (epd/mig)

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