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Lernen (Symbolfoto) © lourdesnique @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

IW-Studie

Deutschkenntnisse der Eltern entscheidend für Bildungserfolg

Je besser die Deutschkenntnisse von Eltern mit ausländischen Wurzeln sind, desto häufiger besuchen ihre Kinder ein Gymnasium. Das geht aus einer aktuellen IW-Studie hervor. Die Experten fordern mehr Sprachförderung über Ganztagsschulen.

Sonntag, 15.05.2022, 16:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 15.05.2022, 11:47 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Kinder mit Eltern, die zu Hause nicht fließend oder zumindest gut Deutsch sprechen, haben einer aktuellen Studie zufolge eine erheblich geringere Chance zum Besuch eines Gymnasiums. Während 40 Prozent aller Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren in Deutschland ein Gymnasium besuchen, liegt der Anteil der Kinder aus fremdsprachigen Familien bei nur 15 Prozent, heißt es in einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Für die IW-Studie wurden den Angaben zufolge Daten des Socio-Oekonomischen Panels am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ausgewertet, eine auf Umfragen basierende soziologische Langzeit-Datenbank. Der Blick auf die Sprachverwendung in Familien und die Sprachkenntnisse der Eltern zeigt demnach, dass bei etwa zehn Prozent der Unter-16-Jährigen aus mehrsprachigen Familien weder Mutter noch Vater über gute deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Bei den fremdsprachigen Familien – hier wird ausschließlich eine ausländische Sprache zu Hause gesprochen – ist das bei mehr als jedem vierten Kind der Fall. Das führe häufig zu Nachteilen in der schulischen Laufbahn, hieß es.

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Sprache entscheidet über Schulform

Deutlich wird das laut Studienautoren beim Blick auf die besuchte Schulform der Kinder: Fast 40 Prozent der 13- bis 15-Jährigen besuchen demnach ein Gymnasium, fast 20 Prozent eine Gesamtschule und rund 40 Prozent eine sonstige Schulform. Für Kinder mit Eltern ohne gute Deutschkenntnisse sehen die Anteile deutlich anders aus. Nur 15,5 Prozent gehen auf ein Gymnasium, 25 Prozent besuchen eine Gesamtschule und 60 Prozent eine andere Schulform, etwa Sonder- oder Hauptschulen. Liegen hingegen bei fremdsprachigen Familien zumindest bei einem Elternteil gute Deutschkenntnisse vor, weichen die besuchten Schulformen laut der Studie kaum vom Gesamtdurchschnitt ab, wie die Studie ergab.

Die Studienautoren forderten für Kinder aus fremdsprachigen Familien eine verstärkte Sprachförderung über die Ganztagsschulen. Auch müssten Kindertagesstätten in Regionen, in denen viele Eltern mit geringen deutschen Sprachkenntnissen wohnen, diese gezielter ansprechen. So ergab die Studie des arbeitgebernahen Instituts zudem, dass Kinder aus fremdsprachigen Familien seltener eine Kita besuchen. Über den Ausbau von Kitas und Grundschulen zu Familienzentren und mehr Sprachkursen für Eltern könnten auch die Eltern gezielt unterstützt werden, hieß es. (epd/mig)

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