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Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD)

Kampf gegen Islamfeindlichkeit

Faeser will Islamkonferenz fortsetzen

Die Deutsche Islamkonferenz soll fortgesetzt werden. Bundesinnenministerin Faeser sieht das als Zeichen, dass der Islam ein Teil Deutschlands ist. Es gehe aber auch um den Kampf gegen Islamfeindlichkeit. Muslime erlebten Anfeindungen aufgrund ihrer Religion.

Donnerstag, 05.05.2022, 19:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 05.05.2022, 16:12 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hält an der Deutschen Islamkonferenz fest. Sie wolle sie als Baustein zum gesellschaftlichen Zusammenhalt fortführen und fortentwickeln, erklärte Faeser am Donnerstag nach einem Treffen mit Vertretern von muslimischen Religionsgemeinschaften, Verbänden, Organisationen und Initiativen in Berlin. Für sie sei die Konferenz auch das klare Zeichen an alle, dass Muslime sowie ihre Religion ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft in Deutschland seien.

Faeser will nach eigenen Worten mit Werkstattgesprächen die Islam-Vertreter in die Gestaltung der Islamkonferenz mit einbinden. Ein erstes Treffen gab es nach Angaben des Ministeriums bereits im März. Die Ministerin stellte in ihrer Erklärung am Donnerstag den Kampf gegen Islamfeindlichkeit heraus. Muslime erlebten Anfeindungen aufgrund ihrer Religion und oft auch als Menschen mit Einwanderungsgeschichte, sagte sie: „Dagegen wenden wir uns sehr entschieden.“

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Die deutsche Islamkonferenz wurde 2006 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) als Forum für den Dialog zwischen Staat und Muslimen ins Leben gerufen. Anders als mit der evangelischen und der katholischen Kirche sowie dem Zentralrat der Juden existierten bis dahin keine Verträge zwischen der muslimischen Gemeinschaft und dem Staat, die beispielsweise das Recht auf Religionsunterricht an Schulen, die Arbeit eigener Wohlfahrtsverbände oder den Einzug von Steuern für die Finanzierung von Gemeindearbeit regeln.

5,6 Millionen Muslime in Deutschland

Die muslimischen Verbände sind vor allem aufgrund ihrer Organisationsform bis heute rechtlich den Kirchen nicht gleichgestellt. Dieser Umstand wird immer wieder kritisiert, auch wenn es inzwischen Vereinbarungen auf Bund- und Länderebene gibt, die etwa islamischen Religionsunterricht und Lehrstühle für islamische Theologie an deutschen Universitäten ermöglichen. Die Angebote gleichen allerdings einem Flickenteppich und stehen verfassungsrechtlich auf dünnem Eis, so etwa der Islamunterricht in Bayern.

Schwerpunkt der Islamkonferenz in der vergangenen Wahlperiode war die Etablierung einer Imam-Ausbildung in Deutschland. Nach Schätzung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge leben zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Muslime in Deutschland. (epd/mig)

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