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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU)

Kehrtwende

Ex-Minister De Maizière: Kirchenasyle sind gut und human

Als Bundesinnenminister war Thomas de Maizière bekannt für sein hartes Vorgehen gegen Kirchenasyl. Als Präsident des evangelischen Kirchentages 2023 würdigte der Ex-Minister Kirchenasyl als Ausdruck von Barmherzigkeit und Nächstenliebe.

Mittwoch, 09.02.2022, 20:40 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 09.02.2022, 18:47 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Der Präsident des evangelischen Kirchentages 2023 in Nürnberg, Thomas de Maizière, hat sich für Kirchenasyle ausgesprochen. Sie seien in einem Rechtsstaat zwar „etwas Fremdes“, es gebe aber eine Übereinkunft zwischen Staat und Kirche, solche Kirchenasyle zu ermöglichen, sagte der frühere CDU-Bundesinnenminister im Rahmen einer Online-Fragestunde des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Das sei ein guter und humaner Weg, „wenn die Zahlen nicht zu groß werden“.

Er wisse, dass seine Haltung zum Asyl während seiner Amtszeit zu Diskussionen über ihn als Kirchentagspräsidenten geführt habe, sagte de Maizière. Aber als Innenminister habe er für die „kühlen und harten Maßstäbe“ des Rechtsstaats einstehen müssen. Die prallten beim Thema Asyl besonders auf die christlichen Maßstäbe Barmherzigkeit und Nächstenliebe. De Maizière hatte sich 2015 „prinzipiell und fundamental“ gegen Kirchenasyl ausgesprochen und es mit der Scharia verglichen.

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Bedford-Strohm würdigt Mut zu Kirchenasylen

Derweil würdigt der evangelische bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm die Pfarrerinnen, Priester und Nonnen in Deutschland, die geflüchteten Menschen Kirchenasyl geben. Auch die Weisen aus dem Morgenland hätten zivilen Ungehorsam geübt, so der Landesbischof. Sie hätten den Befehl des Königs Herodes missachtet, ihn zum Aufenthaltsort des Jesuskinds in der Krippe zu führen. Die Begegnung mit Jesus habe sie selber zu neuen Menschen gemacht, so der Landesbischof laut einer vorab verbreiteten Mitteilung.

Beim Kirchenasyl werden Flüchtlinge ohne legalen Aufenthaltsstatus von Kirchengemeinden zeitlich befristet beherbergt. Ziel ist, in Härtefällen eine unmittelbar drohende Abschiebung in eine gefährliche oder sozial unzumutbare Situation zu verhindern und eine erneute Prüfung des Falles zu erreichen. Der Deutsche Evangelische Kirchentag in Nürnberg findet vom 7. bis zum 11. Juni 2023 statt. (epd/mig)

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