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Afghanistan-Konferenz

EU will mit einer Milliarde helfen – damit Flüchtlinge bleiben

Afghanistan droht nach der Eroberung durch die Taliban eine humanitäre Katastrophe. Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer stellen Hilfe in Aussicht. Auch die Nachbarländer bekommen Geld, damit Flüchtlinge in der Region bleiben.

Mittwoch, 13.10.2021, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 12.10.2021, 17:35 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Angesichts einer drohenden Hungerkatastrophe will die EU-Kommission die Menschen in und um Afghanistan mit rund einer Milliarde Euro unterstützen. Das verkündete Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag mit Blick auf das G20-Sondertreffen zu dem Land am Hindukusch. 300 Millionen Euro dieser Summe waren als humanitäre Hilfe bereits zuvor angekündigt worden.

Hinzukommen sollen unter anderem mindestens 250 Millionen Euro für gesundheitliche Maßnahmen. Das Geld soll sowohl Menschen in Afghanistan als auch in den Nachbarstaaten zugute kommen. In den Nachbarstaaten sollen damit auch das „Migrationsmanagement“, der Kampf gegen Menschenschmuggel und organisiertes Verbrechen sowie Terrorismusprävention gefördert werden.

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Deutschland stellt 600 Millionen bereit

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte die Ankündigung aus Brüssel und bekräftigte zugleich, dass Deutschland in diesem Jahr 600 Millionen Euro bereitstelle. Das hatte die Bundesregierung schon vor gut einem Monat angekündigt. Der wirtschaftliche Kollaps Afghanistans müsse verhindert werden, betonte Merkel. Man könne nicht zuschauen, wie ein Land mit 40 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner ins Chaos stürze. Ein Teil der deutschen Hilfe geht ebenfalls an die Nachbarländer. Gemeinsam werde man alles tun, dass die Menschen in der Nähe ihrer Heimat leben könnten, sagte die Kanzlerin.

Die radikalislamischen Taliban hatten im August die Macht in Afghanistan wieder an sich gerissen. Während die ausländischen Truppen das Land verließen, sind UN-Agenturen und ihre Partner weiterhin vor Ort, um der Bevölkerung zu helfen.

Guterres warnt: Afghanistan droht Kollaps

UN-Generalsekretär António Guterres schlug Alarm: Ohne Unterstützung von außen drohe der afghanischen Wirtschaft der Kollaps. Banken würden geschlossen und wesentliche öffentliche Dienstleistungen wie die Gesundheitsversorgung seien unterbrochen.

Auch das Kinderhilfswerk Unicef warnte vor den Folgen der „dramatischen Gesundheits- und Ernährungskrise“ in dem Land. Der schon bald heraufziehende Winter bringe die afghanischen Kinder in tödliche Gefahr. Nach Schätzungen könnten bis Ende des Jahres 3,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung leiden. Eine Million Kinder könnten so schwer mangelernährt sein, dass sie sterben.

Zehn Millionen Jugendliche auf Hilfe angewiesen

Insgesamt sind in dem Land den Angaben zufolge zehn Millionen Mädchen und Jungen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Unicef-Mitarbeiter in Afghanistan berichteten, dass es in Gesundheitsstationen an Personal, Medikamenten, Krankenbetten und Ausrüstung fehle. Besonders in den ländlichen Regionen sei die Lage besorgniserregend.

Die G20, in der die stärksten Volkswirtschaften wie Deutschland vertreten sind, haben online auf Einladung der italienischen Regierung über die Lage in Afghanistan beraten. Italien hat derzeit den G20-Vorsitz inne. (epd/mig)

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