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Seenotretter vom Rettungsschiff "Alan Kurdi" im Mittelmeer © Sea Eye/Cédric Fettouche

Seenotretter

Rund 670 Menschen an Bord von zwei Schiffen

Das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Am Wochenende konnten Rettungsschiffe erneut mehrere hundert Menschen aus Seenot aufnehmen und in Sicherheit bringen.

Montag, 02.08.2021, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 01.08.2021, 14:14 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die Rettungsschiffe „Ocean Viking“ und „Sea-Watch 3“ haben zurzeit rund 670 aus Seenot im Mittelmeer gerettete Menschen an Bord. Dies teilten die Rettungsorganisationen SOS Méditerranée und „Sea-Watch“ am Sonntag in Berlin dem „Evangelischen Pressedienst“ mit. In der Nacht auf Sonntag habe es in internationalen Gewässern vor Tunesien einen Rettungseinsatz in Zusammenarbeit mit der „Ocean-Viking“, der „Sea-Watch“ und dem Segelboot „Nadir“ der deutschen Nichtregierungsorganisation „ResQship“ gegeben, in dem rund 400 Menschen aus einem großen Holzboot aufgenommen wurden.

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Zurzeit befinden sich laut SOS Méditerranée-Sprecherin Petra Krischok 449 Menschen an Bord der „Ocean Viking“. Weitere 220 Menschen seien derzeit an Bord der „Sea-Watch 3“, die inzwischen einen sicheren Hafen angefragt habe, sagte „Sea-Watch“-Sprecher Oliver Kulikowski am Samstag in Berlin dem epd.

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In Folge der Rettungsaktion in der Nacht auf Sonntag seien 253 Männer aus dem havarierten Boot an Bord der „Ocean Viking“ gebracht worden, hieß es weiter. Die restlichen Schiffbrüchigen wurden den Angaben zufolge von der „Sea-Watch 3“ aufgenommen. Sowohl die „Sea-Watch 3“ als auch die „Ocean Viking“ kümmerten sich derzeit um die Überlebenden an Bord ihrer Schiffe. Es habe keine medizinischen Notfälle gegeben, allerdings litten zwei Erwachsene unter extremer Erschöpfung.

Kurz vor dem Ertrinken

Weder SOS Méditerranée noch Sea-Watch haben nach eigenen Angaben Verletzte gefunden oder geborgen: „Wir können aber nicht sicher sein, dass niemand ertrunken ist, da im Laufe der Nacht viele Menschen im Wasser waren.“

Die „Sea-Watch 3“ sei das erste Rettungsschiff vor Ort gewesen. Da die Situation des in Seenot geratenen Bootes als dramatisch beschrieben wurde und Dutzende von Menschen als ins Wasser gefallen gemeldet wurden, seien die zwei schnelleren Rettungsboote (RHIBs) zu Wasser gelassen worden, als die „Ocean Viking“ noch 1,5 Stunden von der Notposition entfernt war. Die „Ocean Viking“ kam gegen 2.15 Uhr am Einsatzort an. Das Flüchtlings-Boot sei kurz vor dem Sinken gewesen.

Eine der gefährlichsten Fluchtrouten

In vorangegangenen Aktionen seien am Samstag von der „Ocean Viking“ insgesamt 196 Menschen in der libyschen Such- und Rettungsregion aus Seenot gerettet worden, hieß es weiter. Darunter seien viele Frauen und Minderjährige, eine Schwangere sowie Kleinkinder unter fünf Jahren gewesen. Während der Rettung von Schiffbrüchigen in der Nacht zum Sonntag sei die Hilfe vieler der an Bord genommenen Flüchtlinge vom 31. Juli von entscheidender Bedeutung gewesen: „Sie halfen dabei, Vorräte zu transportieren und das Deck für die Neuankömmlinge vorzubereiten“, so SOS Méditerranée.

Das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Bislang sind in diesem Jahr laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 1.113 Menschen dabei ums Leben gekommen, auf diesem Weg nach Europa zu gelangen. (epd/mig)

Leitartikel Panorama
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