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Denkmal in Berlin für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma © rosmary @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

„Liquidation“ vor 77 Jahren

Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma erneut digital

Am 2. August 1944 ermordeten SS-Angehörige die fast 4.000 verbliebenen Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau. Seit sechs Jahren ist dieses Datum der Europäische Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma. Pandemiebedingt findet er auch in diesem Jahr nur digital statt.

Montag, 02.08.2021, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 01.08.2021, 13:42 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Am 2. August findet eine digitale Gedenkveranstaltung für die im NS-besetzten Europa ermordeten Sinti und Roma statt. Auf der Internetseite „http://www.roma-sinti-holocaust-memorial-day.eu“ ist ein Gedenken in deutscher und englischer Sprache an die 500.000 Todesopfer geplant. Der Internetauftritt biete auch für regionale Gedenkveranstaltungen eine europäische Plattform, teilte das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma am Freitag in Heidelberg mit.

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Mit einer Gedenkfeier wird am Montag auch im Berliner Regierungsviertel an die Ermordung der Sinti und Roma erinnert. Ehrengast am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas neben dem Reichstagsgebäude ist die 97-jährige Überlebende Zilli Schmidt, wie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Freitag in Berlin ankündigte. Für ihr Engagement als Zeitzeugin erhielt Schmidt im April von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz.

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„Liquidation“ vor 77 Jahren

Am 2. August jährt sich die „Liquidation“ von Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau zum 77. Mal. SS-Angehörige ermordeten in der Nacht auf den 3. August 1944 die fast 4.000 verbliebenen Sinti und Roma in Gaskammern – die meisten von ihnen waren als arbeitsunfähig eingestufte Frauen, Kinder und ältere Menschen. Vor sechs Jahren wurde der 2. August vom Europäischen Parlament als Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma anerkannt.

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, sagte, Auschwitz sei „das Gewissen, das an uns alle appelliert, unsere Stimme gegen den heute wieder um sich greifenden, mörderischen Rassismus mit seinen zahlreichen Toten zu erheben“. Der Versuch einiger Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, die Gewaltenteilung, das grundlegende Prinzip des Rechtsstaats, aufzuweichen, mache „fassungslos – gerade nach den Erfahrungen der Menschheitsverbrechen der Nazis und der kommunistischen Diktatur in Europa“. (epd/mig)

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