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Blick aus dem Fenster (Symbolfoto) © flickr.com, Robby McKee, CC 2.0, bearb. MiGAZIN

Statistik für 2020

Jugendämter nahmen weniger Kinder in Obhut

Im vergangenen Jahr haben Jugendämter in Deutschland weniger Kinder in Obhut genommen – auch die Zahl der Inobhutnahmen von unbegleitet eingereisten Minderjährigen ist gesunken.

Mittwoch, 07.07.2021, 5:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 06.07.2021, 15:09 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Die Jugendämter in Deutschland haben im vergangenen Jahr weniger Kinder und Jugendliche zu deren Schutz in Obhut genommen als 2019. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden 2020 rund 45.400 Minderjährige vorübergehend aus ihren Familien genommen, acht Prozent weniger als im Jahr zuvor.

In zwei Dritteln der Fälle (67 Prozent) entschlossen sich die Jugendämter wegen einer dringenden Kindeswohlgefährdung zu diesem Schritt. 17 Prozent der Inobhutnahmen erfolgten aufgrund einer unbegleiteten Einreise aus dem Ausland und weitere 17 Prozent auf Bitte der betroffenen Minderjährigen. Ein Drittel (33 Prozent) der Jungen und Mädchen war jünger als 12 Jahre, jedes zehnte Kind (11 Prozent) sogar jünger als 3 Jahre.

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Weniger Unbegleitete in Obhut

Die Zahl der Fälle, in denen unbegleitete minderjährige Migranten in Obhut genommen wurden, sank den Daten zufolge um 1.100. Noch deutlicher war der Rückgang bei dringenden Kindeswohlgefährdungen (minus 2.100). Auch die Zahl der Selbstmeldungen von Jungen und Mädchen nahm ab (minus 800 Fälle). Inwieweit diese Entwicklungen in Zusammenhang mit den Corona-Lockdowns stehen, lässt sich laut Statistikbehörde zwar nicht beantworten, ein Zusammenhang ist jedoch wahrscheinlich.

Am häufigsten wurden Kinder und Jugendliche wegen der Überforderung eines oder beider Elternteile in Obhut genommen (41 Prozent). An zweiter Stelle folgte mit 17 Prozent die unbegleitete Einreise aus dem Ausland. Anzeichen für Vernachlässigungen waren der dritthäufigste (15 Prozent) und Hinweise auf körperliche Misshandlungen der vierthäufigste Grund für eine Inobhutnahme (13 Prozent). An fünfter Stelle standen Beziehungsprobleme (13 Prozent) und auf Rang sechs psychische Misshandlungen (8 Prozent). Mehrfachnennungen waren hierbei möglich. (epd/mig)

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