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Nazi tritt in der Straßenbahn einen 17-jährigen Syrer © Twitter-Video

Gefährliche Körperverletzung

Erfurter Straßenbahn-Schläger bleibt in Untersuchungshaft

Auf Anordnung des Ermittlungsrichters bleibt der Erfurter Straßenbahn-Schläger zunächst weiter in Haft. Ihm werden gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung an einem 17-Jährgen Syrer vorgeworfen.

Donnerstag, 29.04.2021, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 28.04.2021, 16:50 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Der mutmaßliche Erfurter Straßenbahn-Schläger bleibt zunächst weiter im Gefängnis. Der zuständige Ermittlungsrichter habe gegen den 40-Jährigen Untersuchungshaft angeordnet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, Hannes Grünseisen, am Mittwoch. Ihm würden unter anderem gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vorgeworfen.

Der Mann soll am vergangenen Freitag einen aus Syrien stammenden Jugendlichen in einer Straßenbahn rassistisch beleidigt und mehrmals gegen den Kopf getreten haben. Er ist der Polizei nach deren Angaben bereits als Drogenkonsument sowie wegen Eigentums- und Gewaltdelikten bekannt.

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Der Anwalt des Jugendlichen, Juri Goldstein, bezeichnete den Zustand des 17-Jährigen nach „mehreren brutalen Schlägen und Fußtritten des Angreifers“ als „den Umständen entsprechend“. Seine Verletzungen seien inzwischen durch einen Arzt untersucht worden. Den jungen Mann habe der Vorfall stark mitgenommen. Er versuche, das Geschehen zu verarbeiten.

Anwalt lobt schnellen Ermittlungserfolg

Dass der mutmaßliche Täter schon wenige Stunden nach dem abendlichen Übergriff ausfindig gemacht und in Folge inhaftiert werden konnte, wertete der Anwalt als einen ersten und schnellen Ermittlungserfolg. Diese Arbeit der zuständigen Behörden müsse nun konsequent fortgesetzt werden. Mit dazu beigetragen haben Augenzeugenvideos, die seit einigen Tagen im Netz viral gehen.

„Wir wollen, dass der Angreifer für seine brutale Tat zur Rechenschaft gezogen wird und dass im Zuge dieses Verfahrens einmal mehr klar gemacht wird, dass Hass, Hetze und Rassismus keinen Platz in unserer Stadt, unserem Land und in unser Gesellschaft haben“, sagte Goldstein, der auch stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde ist. (epd/mig)

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