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Polizeiabsperrung (Symbolfoto) © Stadtgeschehen-Luebeck @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Mecklenburg-Vorpommern

Mehr als 90 Angriffe rechter Gewalt

Trotz Corona-Beschränkungen registrierte die Landes-Opferberatungsstelle „Lobbi“ im vergangenen Jahr 93 rechtsextremistisch motivierte Angriffe. Mehr als die Hälfte waren Körperverletzungsdelikte, 31 davon gefährlich. Experten warnen vor hoher Dunkelziffer.

Mittwoch, 07.04.2021, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 06.04.2021, 14:39 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Im vergangenen Jahr sind in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 152 Menschen bei 93 Angriffen rechter Gewalt ausgesetzt gewesen. Weitere 35 waren indirekt betroffen, wie der landesweite Opferberatungsverein „Lobbi“ in Schwerin mitteilte. Damit bewegten sich die Zahlen wieder leicht über dem Niveau des Vorjahres. „Dies ist überraschend“, hieß es, „da anzunehmen war, dass es durch die Einschränkungen im Zuge der Bekämpfung der Corona-Pandemie weniger Zusammenkünfte und somit auch weniger ‚Gelegenheiten‘ für rechte Attacken gibt.“

In 59 der Fälle handelte es sich um Körperverletzungen, darunter 31 gefährliche, wie es weiter hieß. Mehr als die Hälfte der Fälle erfolgte aus rassistischen Motiven. 2020 nahm jedoch der Anteil an Angriffen auf politische Verantwortungsträger und vermeintliche politische Gegner deutlich zu (27 Angriffe). Auffällig sei eine Zunahme gemeldeter rechter Bedrohungen, hieß es. Es waren 25 gegenüber 14 im Vorjahr. Die meisten Angriffe gab es 2020 in Rostock.

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Experte: Dunkelziffer viel höher

„Die hier dargestellten Angriffe sind immer nur ein Ausschnitt, nur das was an die Oberfläche tritt. Wir gehen davon aus, dass auch wir von vielen Angriffen nicht erfahren, andere werden uns deutlich später bekannt. Auch der Schritt, solche Angriffe zur Anzeige zu bringen, ist vielen Betroffenen nicht möglich oder von ihnen nicht gewollt. Zusätzlich zu den körperlichen Angriffen, sehen sich viele Betroffene alltäglichen Feindseligkeiten und Erniedrigungen ausgesetzt“, erklärt Lobbi-Mitarbeiter Robert Schiedewitz.

„Besonders spürbar war vergangenen Jahr erneut das zunehmende Misstrauen in Polizei und Justiz, das durch anhaltende Enthüllungen von Fehlverhalten und Vergehen durch Angehörige der Sicherheitsbehörden weiter gefüttert und von den Betroffenen immer wieder thematisiert wurde“, so Schiedewitz weiter. (epd/mig)

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  1. ulrike sagt:

    …sind aber wahrscheinlich doch alles nur einzelfälle – gott sei dank!