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Jahresstatistik 2020

Rechte Gewalt in Brandenburg weiter auf hohem Niveau

Die Zahl rechter Angriffe in Brandenburg ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Die Opferperspektive warnt in ihrer Jahresstatistik jedoch vor eine weiter hohen Bedrohungslage.

Dienstag, 16.03.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 15.03.2021, 17:37 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Nach dem drastischen Anstieg in den Jahren 2015 und 2016 verzeichnet die Opferperspektive für das Jahr 2020 einen leichten Rückgang bei rechten Angriffen in Brandenburg: 130 Gewaltdelikte, das sind 12 weniger als im Vorjahr. Damit bewegen sich die Angriffszahlen der vorgelegten Jahresstatistik 2020 zufolge weiter auf hohem Niveau.

Der Beratungsstelle zufolge ist auch die wahrgenommene Bedrohungslage weiter hoch. Entscheidende Faktoren dafür seien unter anderem der rassistische Terroranschlag von Hanau im Februar 2020, die Aufdeckung rechtsterroristischer Anschlagspläne und Waffenfunde Anfang Juli in der Prignitz sowie bekannt gewordene rechte Feindeslisten.

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Frauen und Jugendliche oft betroffen

„So erfreulich der anhaltende Rückgang rechter Gewalttaten in Brandenburg ist, so besorgniserregend ist die zunehmende Gefahr rechtsterroristischer Gewalttaten. Die Angst davor und der weiterhin weit verbreitete Alltagsrassismus gefährden nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Gesundheit vieler Menschen in Brandenburg. Insbesondere in den Angriffen auf Kinder und Frauen wird die brutalisierende Wirkung des Rassismus deutlich“, erklärt die Geschäftsführerin der Opferperspektive, Judith Porath.

Unter den von rechter Gewalt betroffenen waren 49 Frauen (26 Prozent). Dies ist den Angaben zufolge der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. Weiterhin hoch ist der Anteil der von rechter Gewalt direkt betroffenen Kinder und Jugendlichen: 32 Prozent (61 Personen). Die meisten Angriffe zählte die Opferperspektive im nördlichen Brandenburg.

Rassistisch motiviert

Wie aus der Jahresstatistik weiter hervorgeht, war mit 78 Prozent der Großteil der Angriffe rassistisch motiviert. „Dass wiederholt mehr als dreiviertel aller rechten Gewalttaten eine rassistische Motivation zugrunde lag, zeugt nach wie vor von einer erschreckend großen Gewaltbereitschaft gegenüber Menschen, denen eine nicht-deutsche Herkunft zugeschrieben wird, die eine nicht-weiße Hautfarbe haben, oder die nach Brandenburg flüchten mussten“, so die Beratungsstelle.

Die häufigsten Delikte waren wie in den Vorjahren Körperverletzungen (52) und gefährliche Körperverletzungen (48). Bei Letzteren stieg die Anzahl gegenüber 2019 sogar leicht an. Die Opferperspektive berichtet zudem von zwei versuchten Tötungsdelikten, die sich beide im Mai 2020 in Guben ereignet haben sollen. (mig)

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