Berlin, Brandenburger Tor, Hauptstadt
Brandenburger Tor in Berlin © KenSBrown auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Berlin

Rassismus häufigstes Motiv rechtsextremer Straftaten

Die Zahl rechtsextremer Angriffe in Berlin ist im vergangenen Jahr um etwa 30 Prozent zurückgegangen. Von einer Entwarnung warnt die Beratungsstelle ReachOut allerdings. Rassismus sei das häufigste Tatmotiv.

Donnerstag, 15.03.2018, 6:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 18.03.2018, 14:03 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Zahl rechtsextremer Angriffe in Berlin ist 2017 zurückgegangen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 267 solcher Übergriffe registriert, wie die Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt ReachOut am Dienstag in Berlin mitteilte.

Das sei ein erfreulicher Rückgang der Gewalttaten und massiven Bedrohungen um fast 30 Prozent im Vergleich zu 2016 mit 380 Vorfällen. Von einer Entwarnung warnt die Beratungsstelle jedoch. Rassismus sei das häufigste Motiv mit 140 Taten. Die Zahl der homophoben Angriffe blieb mit 67 konstant hoch (2016: 70). 40 Attacken und Bedrohungen richteten sich gegen politische Gegner (2016: 32). Die antisemitisch motivierten Gewalttaten sanken von 31 auf 13.

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Bei den meisten dokumentierten Angriffen handelt es sich laut ReachOut um gefährliche Körperverletzungen (106), Körperverletzungen (102) und massive Bedrohungen (46). Bei den Angriffen wurden laut ReachOut mindestens 374 Menschen verletzt, gejagt und massiv bedroht (2016: 553). Darunter waren 22 Kinder.

Justizsenator: Zahlen erschreckend

Die höchsten Angriffszahlen zählte die Beratungsstelle nach eigenen Angaben bislang in den Jahren 2015 und 2016 mit 320 und 380 Taten.

Der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) sprach am Dienstag von einer „weiterhin erschreckend“ hohen Zahl von rechtsextremen Angriffen in der Hauptstadt. Gerade gegen politisch Aktive, die sich öffentlich gegen Rassismus und Rechtsextremismus einsetzen, gebe es vermehrt Angriffe. „Mich besorgt, dass viele Angriffe im direkten Wohnumfeld der Opfer stattfanden“, sagte Behrendt. (epd/mig)

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