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Gerettete Flüchtlinge auf dem Deck der Sea Eye (Archiv-Foto) © Sea Eye/Fabian Heinz

Unwürdiger Umgang

Flüchtlingshelfer kritisieren EU-Umverteilung

Was passiert mit Menschen, nachdem sie aus Seenot gerettet wurden? Flüchtlingshelfer werfen EU-Staaten einen unwürdigen Umgang mit Geflüchteten vor. Sie fordern Transparenz für die Betroffenen und Schutz.

Montag, 08.03.2021, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 07.03.2021, 11:45 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Flüchtlingshilfsorganisationen haben einen unwürdigen Umgang mit aus Seenot Geretteten durch den EU-Umverteilungsmechanismus beklagt. Schutzsuchende, die in andere europäische Länder gebracht werden, müssten entwürdigende, intransparente und unmenschliche Verfahren durchlaufen, hieß es am Freitag auf einer unter anderem von der Organisation borderline-europe organisierten Online-Pressekonferenz. Dabei berichteten auch Betroffene von ihren Erfahrungen.

Sara Bellezza von borderline-europe sagte, für den Report „EU ad hoc Relocation – A lottery from the sea to the hotspots and back to unsafety“ seien 45 Interviews mit Betroffenen geführt worden – persönlich oder telefonisch. Seit 2019 recherchiert borderline-europe demnach gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat Berlin, Equal Rights Beyond Borders und Sea-Watch über den Ad-hoc-Umverteilungsmechanismus der EU.

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Musa Khalifa aus Nigeria, der von Italien nach Potsdam geschickt wurde, schilderte seinen Eindruck, nur nach Deutschland gebracht worden zu sein, um wieder an unsichere Orte abgeschoben zu werden. Er fühle sich hier festgesetzt und habe nicht nach Deutschland gewollt, sagte er. Zur Umverteilung selbst habe er keine Informationen erhalten.

Organisationen fordern Transparenz

Laut borderline-europe haben Betroffene unter anderem ungerechtfertigte Inhaftierungen in maltesischen und italienischen Hotspots und lange Wartezeiten ohne Zugang zu Informationen und Rechtsbeistand zu erwarten. Vielen drohe etwa aus Deutschland die Abschiebung. Die Organisationen forderten volle Transparenz für die Betroffenen sowie internationalen Schutz. Außerdem wollen sie ein Ende von Inhaftierungen und sichere Fluchtwege für die Menschen.

Die EU-Staaten haben im sogenannten Malta-Abkommen vereinbart, dass Umverteilungen nicht länger als vier Wochen dauern sollen. In der Praxis warten Asylbewerber jedoch bis zu anderthalb Jahre. In dieser Zeit harren sie in Aufnahmezentren, in denen es an Grundversorgung mangelt. (epd/mig)

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