Moschee, Islamfeindlichkeit, Hakenkreuz, Nazi, Neonazi, Rassismus, Rechtsextremismus
Angriff auf Moschee in Bau (Archiv)

„Kein Aufschrei“

Dritter Angriff auf Frankfurter Moschee binnen zwei Monaten

Binnen weniger Wochen haben Unbekannte bereits zum dritten Mal einen Angriff auf eine Frankfurter Moschee verübt. Integrationsdezernentin Weber verurteilt den Angriff. Expertin kritisiert mangelnden Aufschrei.

Montag, 08.03.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 07.03.2021, 11:33 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Bislang unbekannte Täter haben binnen zwei Monaten drei Angriffe auf eine Moschee in Frankfurt a.M. verübt. Zuletzt haben sie in der Nacht auf Mittwoch zwei Hakenkreuze an die Tür geschmiert. Bereits im Februar war dieselbe Tür mit Hakenkreuzen beschmiert worden, und Ende Januar hatte sich ein Unbekannter gewaltsam Zugang zu der Moschee verschafft und dort gezündelt.

Die Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) zeigte sich betroffen von der Tat. „Ich verurteile die Angriffe auf die Moschee aufs Schärfste. Ich habe bereits im Januar Kontakt zum Vorstand der Moschee aufgenommen und stehe nach wie vor an der Seite der Gemeinde und unterstütze sie, wo es möglich ist.“ Rassistische und rechtsextreme Taten dürften niemals normal werden. Auch wenn kein Mensch zu Schaden gekommen sei, zeugten derartige Übergriffe von einem weit verbreiteten Hass auf Musliminnen und Muslime.

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„Wo bleibt der Aufschrei?“

Saba-Nur Cheema, Leiterin der Pädagogischen Programme und Projekte der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt, kritisiert im Kurznachrichtendienst Twitter die mangelnde öffentliche Aufmerksamkeit: „Und schon wieder. Diesmal sind es Hakenkreuze auf der Tür – der dritte Angriff innerhalb von zwei Monaten auf eine Frankfurter Moschee Muslimfeindlichkeit Wo bleibt der Aufschrei?“

Im vergangenen Jahr wurden bundesweit mehr als 900 Angriffe auf Muslime und Moscheen registriert. Linke-Innenexpertin spricht von der „Spitze des Eisbergs“. Ein Großteil der alltäglichen Beleidigungen, Bedrohungen und auch körperlichen Übergriffe würden von den Betroffenen aus Scham oder Scheu vor den Behörden gar nicht erst zur Anzeige gebracht. In dem aktuellen Fall ermittelt die Frankfurter Kriminalpolizei unter anderem wegen Verdachts des Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. (epd/mig)

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  1. Levent Öztürk sagt:

    Es sind bittere Fakten und Tatsachen: Deutschland ist Weltmeister in Sachen Anschläge auf Moscheen. Die Aufklärungsquote liegt unter 5%. Dass in Deutschland lebende Türken nach Mölln, Solingen, NSU, Köln Keupstr., Hanau etc. etc. nun all die nahezu täglichen Anschläge auf Moscheen und den NSU 2.0 seelisch verkraften müssen interessiert keinen. Bei NSU 2.0 wird so gut wie gar nicht ermittelt, dass gleiche gilt für all die Anschläge auf Moscheen und das ermutigt natürlich die Tätergruppierungen so wie gehabt weiterzumachen. Weshalb man in Deutschland solch sensible Einrichtungen, wie Moscheen nicht per „Technik“ (Kameras etc.) schützt ist ebenso „bemerkenswert“ wie das gen Null tendierende Ermitteln bei NSU, NSU 2.0 und bei allen nahezu täglich stattfindenden Anschlägen auf Moscheen. Vielleicht sind deutsche Politiker, Verantwortliche und Dienststellen zu sehr mit dem Suchen von angeblichen Menschenrechtsverletzungen in der Türkei samt der diesbezüglichen schlecht gespielten Echauffierung und dem Fingerzeig über im Konjunktiv verfasste Entwicklungen beschäftigt, so dass sie sich mit den gegen Türken und Muslime gerichteten Menschenrechtsverletzungen in Deutschland, wie Anschläge jeglicher Art und vor allem deren Aufklärung, nicht widmen könnnen. Aber wie im Artikel richtig erwähnt: Kein Aufschrei und es interessiert niemanden.