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Rassismusmonitor startet

Deutschland im internationalen Vergleich abgeschlagen

Erstmals soll ein Rassismusmonitor rassistische Diskriminierung in Deutschland umfänglich erfassen und Lösungen erarbeiten. Wissenschaftler vom DeZIM-Institut attestieren Forschungsgebiet viel Nachholbedarf. Die Stelle wurde vom Bundestag beauftragt.

Freitag, 16.10.2020, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 15.10.2020, 18:01 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Das vom Deutschen Bundestag beauftragte „Deutsche Zentrum für Integrations-und Migrationsforschung“ (DeZIM) hat eine Geschäftsstelle für den „Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor“ (NaDiRa) eingerichtet. Der Rassimusmonitor soll in rassistische Diskriminierung in Deutschland erstmals umfänglich erfassen und dabei auch explizit Betroffene in den Blick nehmen. Aus den Erkenntnissen sollen geeignete Maßnahmen entwickelt und evaluiert werden.

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„Es braucht belastbare Zahlen, um das Ausmaß von Rassismus und seine Ursachen und Folgen für Betroffene und für die Gesellschaft insgesamt zu erkennen“, sagt DeZIM-Direktorin Prof. Dr. Naika Foroutan. „Die Communities brauchen diese Zahlen, um damit auf Ungleichbehandlungen, mangelnde Repräsentation, Alltagsrassismus und rassistische Gewalt hinzuweisen. Damit können sie stärker in den politischen Prozess eintreten und konkrete Maßnahmen einfordern“, so Foroutan.

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Nach Einschätzung von Dr. Noa Ha, kommissarische DeZIM-Geschäftsführerin, liegt Deutschland „hier im internationalen Vergleich weit zurück“. „In Großbritannien, der Schweiz, den USA oder Kanada gibt es bereits eine etablierte quantitative soziologische und sozialpsychologische Forschung, die sich mit Rassismus und seinen Folgen auseinandersetzt“, erklärt Ha. Eine Erfassung rassistischer Diskriminierung in Deutschland ist unter anderem eine Forderung der UNO. Auch aus den Reihen der Zivilgesellschaft wird eine systematische Erfassung schon seit vielen Jahren verlangt.

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Keine quantitativen Daten bisher

„Mit dem Rassismusmonitor wollen wir die Bevölkerung insgesamt und betroffene Gruppen befragen und bestehende Beratungsangebote analysieren. Bisher gibt es dazu keine quantitativen Daten“, sagt Dr. Cihan Sinanoğlu, der am DeZIM die Geschäftsstelle für den Rassismusmonitor (NaDiRa) leitet. Er ist überzeugt, dass der Rassismusmonitor „einen wichtigen Beitrag zur Rassismusforschung in Deutschland leisten, diese ergänzen und stärken“ wird.

Das DeZIM-Institut ist eine Forschungseinrichtung, die durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wird. Zentrale Aufgaben sind kontinuierliche, methodisch fundierte Forschung und deren Transfer in Politik, Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft. (mig)

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