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Wohncontainer (Symbolfoto) © DeepakG @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Prekäre Lebensbedingungen

Sorge um Familien von Schlachtbetrieb-Mitarbeitern

Bulgarische und rumänische Familien von Mitarbeitern in Schlachtbetrieben bereiten der Caritas zunehmend Sorgen. Die Wohn- und Lebensverhältnisse machten Angst um das Wohl der Kinder.

Freitag, 03.07.2020, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 29.07.2020, 17:09 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Caritas Gütersloh macht auf die schwierige Lage der Familien von Werkvertragsarbeitern in der Schlachtindustrie aufmerksam. Unter den schlechten Wohn- und Arbeitsbedingungen litten vor allem die Kinder, sagte Volker Brüggenjürgen, Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Gütersloh, am Donnerstag im WDR-„Morgenecho“. Gerade jetzt während der Quarantäne sei die Situation noch angespannter. „Die Menschen hausen aufeinander, dicht an dicht in kleinsten Wohnungen“, erklärte Brüggenjürgen. „Wir machen uns große Sorgen, dass die Kinder Schaden nehmen.“

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Für den Caritasverband, der bulgarische und rumänische Werkvertragsarbeiter in der Region mit verschiedenen Beratungsangeboten betreut, sei es „überhaupt keine Überraschung“ gewesen, dass das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus in den Schlachtbetrieben so groß sei, sagte Brüggenjürgen: „Wir wissen, wie die Menschen in sehr beengten Wohnverhältnissen leben, wie sie in die Betriebe gekarrt werden, wie sie dort dicht an dicht arbeiten und wie sie gemeinsam in der Kantine essen.“ Die Caritas fordere seit Jahren, „dass dieses Sub-Sub-Subunternehmtum endlich aufhören muss, damit diese Wohn- und Arbeitsbedingungen endlich ein Ende finden“.

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Maximal ausgebeutet

Die Arbeitskräfte kämen nach Deutschland in der Hoffnung, hier mehr Geld zu verdienen als in ihren Herkunftsländern, sagte der Caritas-Chef: „Dann landen sie bei Subunternehmern, in schwierigen Wohnverhältnissen, in sehr brutalen Arbeitsbedingungen und werden maximal ausgebeutet.“ Die Menschen lebten in einer Parallelgesellschaft, viele sprächen selbst nach vier oder fünf Jahren kaum ein Wort Deutsch.

Viele Beziehungen hielten das nicht aus, in vielen Familien gebe es Gewalt, Suchtmittelmissbrauch und Übergriffe bis hin zur Kindeswohlgefährdung, sagte Brüggenjürgen. Angesichts der harten Arbeitsbedingungen in den Schlachtbetrieben hielten die allermeisten Arbeiter auch nicht sehr lange durch, blieben aber trotzdem in der Region. Das führe dazu, dass immer mehr arme bildungsferne Familien in die Region kämen. „Irgendwann gefährdet das natürlich den sozialen Zusammenhalt, die Integration bleibt auf der Strecke“, warnte der Caritas-Vorstand. (epd/mig)

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