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Straße in Madagaskar (Archiv) © Rod Waddington @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Entwicklungsländer

Helfer warnt vor Ausbreitung von Corona-Virus in Afrika

Das Coronavirus macht vor armen Ländern nicht halt. Experten warnen vor einer Ausbreitung der Epidemie in Afrika. Länder mit schwachen Gesundheitssystemen wären hilflos überfordert. Die Bundesregierung unterstützt Entwicklungsländer.

Von Mittwoch, 18.03.2020, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18.03.2020, 9:57 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Der Vorstand des Hilfswerks action medeor, Christoph Bonsmann, hat vor einer flächendeckenden Ausbreitung der neuen Corona-Krankheit in Afrika gewarnt. Falls in einem oder mehreren Ländern des Kontinents viele Menschen erkrankten, werde es „sehr kritisch“, sagte Bonsmann dem „Evangelischen Pressedienst“ in Tönisvorst bei Krefeld.

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Die staatlichen Gesundheitseinrichtungen und Hilfsorganisationen wie action medeor wären nicht in der Lage allen betroffenen Menschen zu helfen. In vielen Staaten des Kontinents herrsche ein Mangel an Schmerzmitteln, Antibiotika und Infusionslösungen. Zudem sei es derzeit nicht möglich Schutzmaterial wie Masken, Kittel und Handschuhe zu liefern.

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Der Mangel an Medikamenten sei eine direkte Folge der Corona-Krise. „Noch kann nicht prognostiziert werden, ob Menschen aufgrund des Mangels sterben werden“, sagte Bonsmann. Er ist bei dem Deutschen Medikamenten-Hilfswerks action medeor für Pharmazie, Entwicklungszusammenarbeit, Humanitäre Hilfe und Lager verantwortlich.

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Corona-Krise mit gravierenden Auswirkungen

Die Corona-Krise habe zu Produktionsausfällen von Wirkstoffen für Medizin in China geführt, dem Land, in dem die neue Krankheit Covid-19 laut der Weltgesundheitsorganisation zuerst auftrat. Deshalb hätten Produzenten in anderen Ländern keine Rohstoffe zur Weiterverarbeitung, in Afrika zum Beispiel sei Kenia betroffen. Zudem habe Indien den Export von Medikamenten untersagt. In Indien werden viele Medikamente hergestellt, die normalerweise ausgeführt werden.

Die Corona-Krise habe ebenso gravierende Auswirkungen auf den Güterverkehr in Afrika. So sei der Transport von Waren auf der Route zwischen dem wichtigen Hafen Mombasa in Kenia und Kampala in Uganda praktisch zum Erliegen gekommen. Der Grund seien die drastisch steigenden Transportkosten, erklärte Bonsmann. Hintergrund ist der Produktionsausfall in China von Gütern des täglichen Bedarfs für afrikanische Länder. Der Transport geringer Mengen sei pro Stück wesentlich teurer als der Transport großer Mengen. Action medeor zahle inzwischen den zweieinhalbfachen Preis für Transporte.

Deutschland hilft im Kampf gegen Corona

Die Bundesregierung unterstützt Entwicklungsländer bei ihrem Kampf gegen das Coronavirus. „Es besteht grundsätzlich das Risiko, dass sich das Virus in Ländern mit schwachem Gesundheitssystem besonders stark ausbreitet“, sagte ein Sprecher des Entwicklungsministeriums bereits Ende vergangener Woche Freitag. Deshalb sei das Ministerium in mehreren Regionen tätig. So werde in mehreren Ländern Gesundheitspersonal trainiert und Material bereitgestellt. Die Koordinierung der Hilfsmaßnahmen laufe über die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

In Ostafrika stellt die Bundesregierung dem Sprecher zufolge Geräte zur Virus-Diagnose zur Verfügung und trainiert Gesundheitsfachkräfte. Zudem werde der Austausch der Flughafenbehörden gefördert, um ein abgestimmtes Vorgehen bei Einreisekontrollen zu erreichen. Im westafrikanischen Liberia würden mit deutscher Hilfe Schutzausrüstung bereitgestellt und Personal von Krankenhäusern mit Isolierstationen zur Infektionsprävention und -kontrolle geschult. In Nepal habe die deutsche Entwicklungshilfe Schutzmaterial bereitgestellt und einen Plan für die sichere Beseitigung von infektiösen Abfällen aus Krankenhäusern entwickelt.

Auch die nach der Ebola-Krise in Westafrika eingerichtete medizinische Expertengruppe sei im Einsatz gewesen, sagte der Sprecher. Auf Anfrage Namibias hätten Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), des Robert-Koch-Instituts und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin das Gesundheitsministerium des südafrikanischen Landes beim Aufbau der Diagnostik unterstützt. (epd/mig)

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