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Juden und Muslime reagieren empört auf CDU-Vorstoß zum Schächten

Die CDU-Fraktion in Niedersachsen will das betäubungslose Schlachten von Tieren ausnahmslos verbieten. Das stößt bei Muslimen und Juden auf Empörung. Die CDU kopiere AfD-Positionen und katapultiere sich weiter nach rechts.

Freitag, 16.08.2019, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 19.08.2019, 16:23 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die muslimischen Verbände in Niedersachsen und der Zentralrat der Juden in Deutschland haben empört auf eine Forderung der CDU-Fraktion in Hannover reagiert, das betäubungslose Schlachten von Tieren ohne Ausnahme zu verbieten. Sie warfen der CDU vor, populistische Positionen der AfD zu kopieren. Sie sei erschrocken darüber, dass die CDU sich „weiter nach rechts katapultiert“, sagte die Geschäftsführerin des Ditib-Landesverbandes, Emine Oğuz, am Donnerstag dem „Evangelischen Pressedienst“. Zentralratspräsident Josef Schuster sprach in einem Brief an die Landtagsabgeordneten angesichts einer gleichlautenden Forderung der AfD aus dem Jahr 2018 von einer „unsäglichen Allianz“.

Die jüdischen und muslimischen Religionsvertreter verwiesen auf das deutsche Tierschutzgesetz. Das sehe vor, dass für das Schächten aus religiösen Gründen eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden könne. Die CDU-Landtagsfraktion hatte mit Blick auf das gerade zu Ende gegangene muslimische Opferfest zuvor gefordert, dass zukünftig das Schächten von Tieren nur noch erlaubt werden solle, wenn diese vorher betäubt würden. „Halal und Betäubung schließen sich nicht aus“, sagte der Vorsitzende Dirk Toepffer.

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Schuster appellierte an die Abgeordneten, den Beschluss ihrer Fraktion „im Sinne einer grundgesetzlich gewährleisteten ungestörten Religionsausübung“ rückgängig zu machen. Ein Verbot würde die jüdische Gemeinschaft im Besonderen treffen, da im Judentum der Verzehr nicht geschächteter Tiere verboten sei.

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Betäubung im Judentum grundsätzlich verboten

„Auch eine zusätzliche Betäubung der Tiere – sei sie reversibel oder irreversibel – ist im Judentum grundsätzlich verboten“, heißt es in dem Brief, der dem MiGAZIN vorliegt. Schuster beschreibt darin zudem detailliert das Schächten, bei dem „das Tier gleichzeitig betäubt und getötet“ werde. Es empfinde keinen Schmerz, weil es unmittelbar das Bewusstsein verliere.

Der Schura-Vorsitzende Recep Bilgen betonte gegenüber dem „Evanglischen Pressedienst“, er könne nicht nachvollziehen, „warum hier geltendes Recht gebrochen werden soll“. Emine Oğuz verwies darauf, dass Muslime in Niedersachsen die Schlachttiere in der Regel bereits betäubten. Muslime, die Betäubung aus religiösen Gründen ablehnten, erhielten ihr Fleisch aus anderen europäischen Ländern. (epd/mig)

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