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Menschen © ThisParticularGreg auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Umfrage

Unzufriedenheit mit Demokratie im Osten doppelt so hoch

Auf Werte wie Gleichheit, Freiheit und Chancengerechtigkeit können sich die meisten Menschen in Ost- und Westdeutschland einigen. Doch bei der Zufriedenheit mit der Demokratie zeigen sich in einer Umfrage große Unterschiede.

Donnerstag, 06.06.2019, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 06.06.2019, 21:30 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Ostdeutsche sind deutlich unzufriedener mit dem politischen System in Deutschland als Menschen im Westen. Wie eine am Mittwoch in Berlin veröffentlichte Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung ergab, sind mit 28 Prozent fast doppelt so viele Ostdeutsche unzufrieden mit der Demokratie wie Westdeutsche mit 15 Prozent. Dennoch will laut der repräsentativen Umfrage nur eine kleine Minderheit von vier Prozent die Demokratie in Deutschland abschaffen.

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Das münde aber nicht automatisch in eine grenzenlose Zufriedenheit, erklärten die Studienautoren. Nur 37 Prozent der Befragten beantworteten demnach die Frage, wie zufrieden sie mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland sind, mit „sehr“ oder „ziemlich“. Auch hier ist die Zufriedenheit in Ostdeutschland mit 22 Prozent deutlich geringer als im Westen mit 40 Prozent. Über die Studie der CDU-nahen Stiftung hatte zunächst die Düsseldorfer „Rheinische Post“ berichtet.

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AfD-Wähler unzufrieden

Die Zufriedenheit schwankt dabei den Angaben zufolge stark je nach Parteiensympathie. Die größte Zufriedenheit gibt es demnach mit 53 Prozent bei Anhängern von CDU und CSU. Bei Grünen-Sympathisanten sind es 47, bei der SPD 45 und bei der FDP 39 Prozent. Weniger zufrieden sind Sympathisanten der Linkspartei mit 19 Prozent und die geringsten Werte gibt es bei AfD-Anhängern mit neun Prozent. Mit 61 Prozent ist der Umfrage zufolge auch der Anteil der Unzufriedenen unter AfD-Sympathisanten am höchsten.

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Große Einigkeit herrscht der Umfrage zufolge bei der Zustimmung zu Grundwerten. Werte wie die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz (91 Prozent) sowie von Männern und Frauen (89 Prozent), Chancengerechtigkeit in der Bildung (87 Prozent) und freie Meinungsäußerung (86 Prozent) bewertete die große Mehrheit der Befragten als sehr wichtig. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland.

Vertrauen in staatliche Institutionen

Etwas höher ist der Studie zufolge in Ostdeutschland die Zustimmung zu ausgleichenden sozialstaatlichen Maßnahmen. So finden es 68 Prozent der Ostdeutschen im Vergleich zu 59 Prozent der Westdeutschen sehr wichtig, dass der Staat eine möglichst umfassende soziale Absicherung gewährleistet. Dass Einkommensunterschiede gering gehalten werden, ist 56 Prozent der Ostdeutschen und 42 Prozent der Westdeutschen besonders wichtig.

Beim Vertrauen in die staatlichen Institutionen seien sich West- und Ostdeutsche ebenfalls weitgehend einig, hieß es. Das höchste Vertrauen genießt demnach die Polizei mit 86 Prozent im Westen und 72 Prozent im Osten, das geringste der Bundestag mit 47 Prozent im Westen und 32 Prozent im Osten. Dazwischen liegen die Gerichte mit 47 und 32 Prozent. (epd/mig)

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