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Familie verboten © Familie (Clker-Free-Vector-Images @ pixabay.com (CC 0)), bearb. MiG

Statistik

Weniger Familiennachzüge im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr sind 85.000 Menschen über den Familiennachzug nach Deutschland gekommen. Das ist deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Die Zahl der bewilligten Visa ist demgegenüber vergleichsweise angestiegen.

Freitag, 19.01.2018, 6:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 22.01.2018, 21:55 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Rund 85.000 Familienangehörige sind im vergangenen Jahr über den Familiennachzug nach Deutschland gekommen. Das geht aus Daten des Ausländerzentralregisters mit Stand Ende November hervor, die das Bundesinnenministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Fraktion veröffentlicht hat. Das Dokument lässt vermuten, dass die Zahl der Familiennachzüge gesunken ist. Im Jahr 2016 kamen 114.500 Menschen im Zuge des Familiennachzugs nach Deutschland, 2015 rund 90.000. Der Zahl der Eingereisten steht aber eine höhere Zahl bewilligter Visa gegenüber.

Von den bis Ende November 2017 eingereisten Familienangehörigen waren 36.100 Minderjährige. Rund 54.000 waren Frauen oder Mädchen. Aus der Statistik geht nicht hervor, wie viele Angehörige zu in Deutschland lebenden Flüchtlingen oder anderen hier lebenden Ausländern einreisten.

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Familiennachzug ausgesetzt

Den Angaben zufolge beantragten von Januar bis Ende September 2017 fast 104.000 Menschen ein Visum für den Nachzug zu Angehörigen in Deutschland. 2016 gab es rund 115.000 Anträge und in der Folge fast ebenso viele Einreisen. In der Antwort des Innenministeriums wird auf einen dreimonatigen Nacherfassungszeitraum verwiesen. So lange haben Einreisende demnach Zeit, ihr Visum in den entsprechenden Aufenthaltstitel umzuwandeln. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es in der vergangenen Woche, dass 2017 allein bis Ende September 89.000 Visa für den Familiennachzug nach Deutschland bewilligt wurden.

Der Familiennachzug ist derzeit für die Gruppe der sogenannten subsidiär Schutzberechtigten ausgesetzt. Betroffen sind vor allem Syrer, die seit März 2016 ihre engsten Angehörigen auch nach der Anerkennung in Deutschland nicht nachholen dürfen. Ob die Regelung, die in diesem März eigentlich auslaufen sollte, verlängert wird, ist derzeit politisch umstritten und sehr wahrscheinlich Gegenstand der Sondierungsgespräche von Union und SPD.

Familiennachzug derzeit nur in Härtefällen

Bewilligt werden kann der Familiennachzug derzeit in Härtefällen, insbesondere, wenn Kinder davon betroffen sind. Auf diesem Weg wurde bis Ende Dezember in 96 Fällen ein Visum erteilt, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.

Der Familiennachzug für diese Gruppe wurde ausgesetzt, um die Fluchtzuwanderung nach Deutschland zu begrenzen. Schätzungen, wie viele Angehörige ohne diese Regelung kommen könnten, gehen teilweise weit auseinander. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung geht davon aus, dass 50.000 bis 60.000 Ehepartner, Kinder oder Eltern nachgeholt werden könnten. Das Bundesinnenministerium wagt keine offizielle Prognose. Die Zahl derer, die tatsächlich zu subsidiär Schutzberechtigten nachziehen würden, „lässt sich nicht vorhersagen“, heißt es in der Antwort auf die parlamentarische Anfrage. (epd/mig)

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