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Studenten im Hörsaal (Symbolfoto) © Westfälische Hochschule

Studie

Studienvorbereitung von Flüchtlingen braucht Zeit

Die Integration von Flüchtlingen an Hochschulen benötigt Zeit. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Haupthindernis sind der Erhebung zufolge mangelnde Sprachkenntnisse.

Dienstag, 19.12.2017, 6:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:43 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Integration von Flüchtlingen an Hochschulen benötigt einer Studie zufolge eine längere Vorbereitungszeit. Der größte Nachholbedarf bestehe bei den Sprachkenntnissen, erklärte der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) am Montag in Bonn. Von den mehr als 6.800 Flüchtlingen, die 2016 an einem Vorbereitungskurs des DAAD teilnahmen, erreichten zwar knapp 70 Prozent das Kursziel ganz oder teilweise. Allerdings hätten die meisten nur ein mittleres Sprachniveau erreicht, das für ein Studium noch nicht ausreiche, und könnten daher voraussichtlich frühestens zum Wintersemester 2017/18 ein Studium aufnehmen.

Der DAAD wertete für die Studie Daten des Programms „Integra – Integration von Flüchtlingen ins Fachstudium“ aus, das an 170 Hochschulen und Studienkollegs Vorbereitungskurse für Flüchtlinge bietet. Zudem wurden Daten von der Arbeitsstelle für Internationale Studienbewerbungen „uni-assist“ analysiert.

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Die hohe Beteiligung am Integra-Programm und die Bewerbungen bei uni-assist belegten ein großes Interesse von Flüchtlingen am Studium, betonte der Austauschdienst. Besonders beliebt seien ingenieur- und naturwissenschaftliche Fächer sowie Medizin. Drei Viertel der Teilnehmer an den Integra-Kursen (75 Prozent) stammten der Studie zufolge aus Syrien, gefolgt von Afghanistan, dem Iran (jeweils sechs Prozent), dem Irak (drei Prozent) und Eritrea (ein Prozent). Das Durchschnittsalter lag bei 27 Jahren.

Jeder Zweite bringt Studienerfahrung mit

Gut die Hälfte der Teilnehmer hätten bereits Studienerfahrungen in ihrem Herkunftsland gesammelt, erklärte der DAAD: 28 Prozent haben demnach bereits studiert, 23 Prozent haben schon einen ersten Hochschulabschluss. 37 Prozent hätten einen Schulabschluss, der zur Teilnahme an einer studienvorbereitenden Maßnahme berechtige, hieß es.

Dennoch sieht der DAAD einen wachsende Bedarf für studienvorbereitende Kurse, die nicht nur sprachliche, sondern auch fachliche Kenntnisse vermitteln. Denn im deutschen Studiensystem warteten auf die geflüchteten Studieninteressierten andere Anforderungen als in ihren Heimatländern, hieß es. Zudem seien durch die Fluchterfahrung und die Dauer des Asylverfahrens nicht immer alle zuvor erworbenen Kenntnisse abrufbar. Zudem könnten auch nach der Aufnahme eines Studiums begleitende Sprachkurse sinnvoll sein, regte der Austauschdienst an. (epd/mig)

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