Studie

Ausgaben für Bildung von Flüchtlingen lohnen sich

Die Einwanderung von Flüchtlingen verursacht zunächst Kosten. Mit zunehmender Integration in den Arbeitsmarkt verringern sich die Kosten und es entstehen zusätzliche Einnahmen für die öffentlichen Haushalte. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Donnerstag, 19.01.2017, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:43 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Investitionen in die Integration von Geflüchteten sind gut angelegtes Geld. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die am Mittwoch vorgestellt wurde. Untersucht wurde die Wirkung von Ausgaben etwa für Sprachkurse. „Investitionen von 3,3 Milliarden Euro in Sprachkenntnisse und Bildung der 2015 zugewanderten Flüchtlinge können die fiskalischen Kosten bis zum Jahr 2030 um elf Milliarden Euro reduzieren“, heißt es in der Erhebung.

Dank der Gelder, so die Autoren, verbessere sich nicht nur deren Integration in den hiesigen Arbeitsmarkt. Langfristig würden dadurch auch die öffentlichen Haushalte entlastet.

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Weniger Sozialausgaben, mehr Steuereinnahmen

Bei ihren Berechnungen gingen die Forscher davon aus, dass durch verstärkte öffentliche Investitionen in Integrations- und Sprachkurse der Anteil der Geflüchteten mit guten oder sehr guten deutschen Sprachkenntnissen zehn Jahre nach ihrem Zuzug um 20 Prozentpunkte von 46 auf 66 Prozent erhöht werden kann. Ein solches Niveau werde von anderen Migrantengruppen auch erreicht, hieß es zu Begründung.

Zudem nehmen die Experten an, dass so auch der Anteil derer, die in Deutschland einen beruflichen Abschluss erwerben, um 20 Prozentpunkte von 13 auf 33 Prozent steigt. Unter dem Strich würden die Bildungsfortschritte dazu führen, dass Sozialausgaben eingespart würden und zugleich die Steuereinnahmen stiegen.

Große Gruppen ausgeschlossen

„Allerdings bleiben große Gruppen weiterhin bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens ausgeschlossen, obwohl auch von ihnen ein erheblicher Teil länger in Deutschland bleiben wird“, kritisieren die Forscher. Folglich sollte überdacht werden, ob die Integrationskurse nicht von vornherein für alle Asylbewerber, und nicht nur für Asylbewerber aus Ländern mit einer hohen Anerkennungswahrscheinlichkeit, geöffnet werden.

Die Studie beruht auf einem vom Bundesarbeitsministerium finanzierten Forschungsprojekt, das die gesamtwirtschaftlichen und fiskalischen Wirkungen der Flüchtlingseinwanderung aus dem Jahr 2015 bis zum Jahr 2030 analysiert. (epd/mig)

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