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Die Tatwaffe der NSU, eine Ceska © Friedrich Burschel

Innenministerien untätig

Hunderte Rechtsextreme besitzen Waffenschein

400 Rechtsextremisten mit einem Waffenschein gibt es einer aktuellen ARD-Recherche zufolge. Sie dürfen trotz Warnungen des Verfassungsschutzes ihre Schusswaffen behalten. Nur in Einzelfällen entziehen die Innenministerien die Erlaubnis.

Montag, 07.03.2016, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 08.03.2016, 17:52 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Trotz Warnungen dürfen viele Neonazis ihre Schusswaffen behalten. Das zeigt eine Umfrage der ARD unter allen Innenministerien für die SWR Dokumentation „Terror von rechts – Die neue Bedrohung“. Alleine das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz habe bis Ende 2015 in insgesamt 97 Fällen die zuständigen Waffenbehörden über rechtsextremistische Betätigungen von Personen aufgeklärt, die über eine waffenrechtliche Erlaubnis verfügen. In den allermeisten Fällen tut sich offenbar nichts.

Dabei könnten die Landesbehörden den Waffenschein einziehen, wenn die Besitzer „unzuverlässig“ sind. Nach dem Waffengesetz gelten Personen regelmäßig als waffenrechtlich unzuverlässig, wenn sie in den letzten fünf Jahren rechtsextremistische Bestrebungen aktiv unterstützt haben.

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Entzug bislang nur in Einzelfällen

Wie die Waffenbehörden auf die Hinweise vom Verfassungsschutz reagiert haben, ist im Bayerischen Staatsministerium des Inneren nicht bekannt. Der ARD-Umfrage zufolge sind bundesweit nur Einzelfälle bekannt, in denen die Waffenbehörden Neonazis aufgrund von Hinweisen aus den Landesämtern für Verfassungsschutz als „waffenrechtlich unzuverlässig“ einstuften.

Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns etwa antwortete auf die ARD-Umfrage: „Regelmäßig werden die vorliegenden Hinweise und Erkenntnisse sowohl vom Verfassungsschutz als auch von der Landespolizei an die zuständigen Behörden übermittelt. In Einzelfällen führte dies zum Entzug der waffenrechtlichen Erlaubnis. Statistische Auswertungen werden dazu jedoch nicht geführt.“ In Sachsen beispielsweise prüften die Behörden im Jahr 2015 in 25 Fällen die waffenrechtliche Zuverlässigkeit von Rechtsextremisten. Aber nur bei drei Personen wurden die waffenrechtlichen Erlaubnisse widerrufen.

400 Rechtsextreme besitzen einen Waffenschein

Eine Abfrage des Bundesamtes für Verfassungsschutz bei den Ländern im Jahr 2014 ergab, dass ca. 400 Rechtsextremisten über eine waffenrechtliche Erlaubnis verfügen. Aktuellere Angaben liegen der Bundesregierung nach Auskunft des Bundesinnenministeriums derzeit nicht vor. Auf die Umfrage der ARD reagierten die Landesinnenministerien sehr unterschiedlich: Während einzelne Bundesländer wie Bayern, Sachsen oder Niedersachsen detailliert Auskunft gaben, teilten andere mit, dass entsprechende Daten nicht veröffentlicht werden dürften (z. B. Baden-Württemberg) oder nicht zur Veröffentlichung vorgehalten werden (z. B. Brandenburg). (mig/swr)

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  1. Thomas Leske sagt:

    Laut einem V-Mann unterstützt der Staat Rechtsradikale sogar bei der Bewaffnung:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article13726329/Wie-man-aus-einem-Insider-einen-Spitzel-macht.html

    === Zitat ===
    Sie haben Ihren Verbindungsmännern Waffen besorgt?

    „Und Waffenbesitzkarten, ja. Das war nicht unüblich, das haben wir alle gemacht. Russische Handgranaten zum Beispiel, eine begehrte Trophäe bei Kameradschaften“, erzählt er. „Die waren eine Zeit lang fast so etwas wie ein Erkennungszeichen.“
    === Zitatende ===

  2. Pingback: Fast verdoppelt - Immer mehr Rechtsextremisten mit Waffenschein - MiGAZIN