Anzeige
Unwort, Flüchtlinge, Flüchtlingskrise, Unwort des Jahres
Petition: Warum Flüchtlingskrise "Unwort des Jahres" sein sollte.

Petition

Warum „Flüchtlingskrise“ ein Unwort ist

Wie oft haben wir den Begriff "Flüchtlingskrise" in den letzten Wochen und Monaten gehört und verwendet? So salonfähig das Wort auf den ersten Blick auch klingen mag, eigentlich handelt es sich um ein Unwort.

Von Freitag, 18.12.2015, 8:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 10.01.2016, 23:51 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Begriffsverwendung – insbesondere im politischen Kontext – richtet fälschlicherweise den Blick auf Flüchtlinge als Verursacher einer Krise. Man müsste aber von einer „Behördenkrise“ sprechen. Denn deutsche Behörden sind unzureichend auf die Anzahl der Menschen eingestellt, die Schutz suchen. Dass es zu einer Überforderung der Behörden in Deutschland kommen würde, ist intern schon lange bekannt. Die verschlafene Migrationspolitik trägt durch ihre Wortwahl „Flüchtlingskrise“ ihre Defizite auf dem Rücken schutzsuchender Menschen aus.

Anzeige

Insbesondere die folgenden drei Gründe zeigen auf, warum „Flüchtlingskrise“ ein Unwort ist:

___STEADY_PAYWALL___
  1. Es handelt sich um eine negative Diskriminierung geflüchteter Menschen. Das ist ein doppelter Schlag, da es sich hierbei um eine bereits diskriminierte Gruppe handelt. Sie hat eine lebensgefährliche Flucht auf sich genommen, um sich Diskriminierungen zu entziehen.
  2. Die Begriffsverwendung verschleiert die verdrängte Migrationspolitik Deutschlands.
  3. Der Interpretationsspielraum, „Flüchtlingskrise“ als Krise der Flüchtlinge im humanitären Sinne zu verstehen, steht dem kritischen Umgang mit dem Wort „Flüchtlingskrise“ im alltäglichen Sprachgebrauch im Wege.

In Zeiten vermehrter Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte und steigender Popularität rechtsnaher Parteien, sollte Politik und Gesellschaft an einer sensiblen, eindeutigen Begriffsverwendung gelegen sein.

Einen Weg sich proaktiv dafür einzusetzen, bietet die Petition „Unwort des Jahres 2015 = Flüchtlingskrise„. Durch die Verbreitung via E-Mail, twitter und facebook lässt sich für einen sprachsensiblen Umgang mit dem Flüchtlingsthema zu werben.

Ich bedanke mich an dieser Stelle für die Unterstützung. Ende des Monats werde ich die Petition bei der „Unwort des Jahres“-Jury einreichen.

Zurück zur Startseite
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. Holger Hack sagt:

    Ich glaube, der Begriff „Flüchtlingskrise“ trifft die europäischen Einstellungen ganz gut. Es ist nach europäischer Sichtweise eine Krise, wenn es Menschen auf der Flucht vor lebensbedrohenden Situationen, die oft genug von Europa verursacht wurden und werden, gelingt nach Europa zu kommen. Aber die Krise ist ja schon wieder zufriedenstellend beendet: Die Menschen sterben wieder im Mittelmeer und Europa ist glücklich. Oder immer noch nicht alle glücklich?

  2. Pingback: Diskriminierung - Das Bildungswesen als (Re-)Produktionsort des Migrantischen - MiGAZIN