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Kinder im Kindergarten © woodleywonderworks auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Spielerisch Deutsch lernen

Neues Programm soll Bildungsnachteilen schon in der Kita entgegenwirken

Ob Marokko, die Türkei, Griechenland, Eritrea oder Deutschland: Durch ein neues Bundesprogramm mit dem Namen "Sprach-Kitas" sollen Kinder aus der ganzen Welt gemeinsam Deutsch lernen. Die sprachliche Bildung soll dabei in den Kita-Ablauf integriert werden.

Von Nora Frerichmann Freitag, 18.09.2015, 8:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 21.09.2015, 20:41 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

„Sprache darf kein Privileg sein“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) bei der Vorstellung des Programms auf dem Bundeskongress „Mehr Qualität in Kitas“ im Juni in Berlin. Damit Kinder aufgrund ihrer Herkunft möglichst keine Nachteile auf ihrem weiteren Bildungsweg oder beim Einstieg in den Job haben, sollen sie ab Januar 2016 in den ausgewählten „Sprach-Kitas“ spielerisch und alltagsbezogen beim Deutschlernen gefördert werden.

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„Das kann beim An- und Ausziehen in der Garderobe sein, beim Blumen gießen im Garten, beim Turm bauen, beim Wickeln und Hände waschen oder beim Essen“, sagt Anna-Lena Guillaume, Pressereferentin des Bundesfamilienministeriums.

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Für die Umsetzung werden bis 2019 jedes Jahr 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, ähnlich wie bereits in den Jahren 2011 bis 2015 beim Vorgängerprogramm „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“. Pro Kita wird damit eine halbe Stelle für eine Fachkraft wie die Sprachwissenschaftlerin Susanne Albus finanziert. Seit zwei Jahren arbeitet sie in der Kindertagesstätte der evangelischen Friedensgemeinde Kelsterbach bei Frankfurt am Main. Sie unterstützt die Erzieherinnen bei der konkreten Umsetzung der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung.

Sie zeichnet beispielsweise Alltagssituationen als Video auf, analysiert das Verhalten der Erzieherinnen und gibt ihnen Ratschläge, wie sie die Kinder zum Sprechen anregen können. Sprachspiele wie Memory helfen dabei genauso wie die kontinuierliche Vermittlung neuer Wörter. „Durch diese Methode sehen die Erzieherinnen sich und ihre Arbeit aus einer anderen Perspektive. Damit kann der Kita-Alltag besser reflektiert werden. Wir sehen dann, wo noch stärker auf die Sprachbildung geachtet werden muss“, erklärt Albus. Eine Fachberatung soll zusätzlich regelmäßige Arbeitsgruppen für jeweils zehn bis 15 Kitas organisieren.

Zwar sollen besonders Kinder unterstützt werden, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben. Das Programm richtet sich aber auch an Kinder aus bildungsfernen Familien. Die Kinder lernen dabei nicht nur die Sprache, sondern auch mit kultureller Vielfalt umzugehen und sie zu schätzen. „Kulturelle Unterschiede werden sowieso nur von Erwachsenen gesehen“, sagt Albus. „Kinder blenden sie komplett aus.“

Studien hätten gezeigt, dass vor allem Angebote für gemischte Zielgruppen beliebt seien, erklärt Tanja Betz, Professorin für Kindheitsforschung an der Goethe-Universität Frankfurt: „Eine einheitliche Kultur von Eltern und Kindern mit Migrationshintergrund, die sich von der Kultur von Familien ohne Migrationshintergrund grundsätzlich unterscheidet, gibt es nicht.“

Erfahrungen zeigen, dass auch die Eltern über solche Programme erreicht werden können. Die Kita der Friedensgemeinde Kelsterbach bietet beispielsweise ein Sprach-Café für Eltern mit geringen Deutschkenntnissen an. „Wir treffen uns in einer kleinen Gruppe bei Kaffee und Kuchen, spielen Sprach-Spiele und sprechen auch über alltägliche Probleme“, erzählt die Sprachwissenschaftlerin Albus.

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen sollen in den „Sprach-Kitas“ aber auch Ideen entwickelt werden, wie die Einrichtungen auf die besonderen Bedürfnisse von geflüchteten Familien eingehen können, die eventuell traumatisiert sind und sich in einer völlig neuen Kultur zurechtfinden müssen. (epd/mig)

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  1. Erzürnte Mutter sagt:

    Das ist doch Bockmist total. Kinder in diesem Alter brauchen Nestwärme und Urvertrauen. Sie müssen lernen, ihre Körperfunktionen zu beherrschen. All das „lernt“ man in einer „Kinderverwahrsnstalt“ nicht.