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Hessen

Islamischer Religionsunterricht soll ausgebaut werden

Der Islamunterricht an Hessens Schulen soll weiter ausgebaut werden. Das kündigte Nurgül Altuntaş vom Hessischen Kultusministerium an. Das sei auch nötig. Viele muslimische Schüler seien "religiöse Analphabeten".

Dienstag, 10.03.2015, 8:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 10.03.2015, 17:44 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht in Hessen soll weiter ausgebaut werden. Dies kündigte Nurgül Altuntaş vom Hessischen Kultusministerium am Samstag auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Hofgeismar an. Schon jetzt könne der zum Schuljahr 2013/2014 als ordentliches Lehrfach eingeführte Unterricht als ein „historischer Erfolg“ bezeichnet werden, sagte sie. Mit diesem bundesweit einmaligen Schritt sei Schulgeschichte geschrieben worden. Der Unterricht, der sich zunächst auf Grundschulen beschränkt, sei mit insgesamt 19 Lehrkräften gestartet worden.

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Momentan werde rund 1.150 Schülern in 61 Klassen an 36 Schulen islamischer Religionsunterricht erteilt, sagte Fuat Kurt, Landesvorsitzender der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib). Grundsätzlich stehe es auch nichtmuslimischen Kindern oder Kindern von Eltern, die nicht der Ditib angehörten, frei, an diesem Religionsunterricht teilzunehmen. Aktuell werde zudem an einem Curriculum für künftige Religionslehrer gearbeitet, die an der Goethe-Universität Frankfurt ausgebildet werden sollen.

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Die Direktorin des Pädagogisch-Theologischen Instituts der beiden evangelischen Landeskirchen in Hessen, Gudrun Neebe, begrüßte die erfolgreiche Einführung des Unterrichts. Die kurhessische und die hessen-nassauische Kirche hätten sich dafür ausgesprochen, da dieser Unterricht der religiösen Bildung insgesamt diene. Der Unterricht, der momentan nur in der ersten und zweiten Klassenstufe unterrichtet wird, sei ein hervorragendes Integrationsprojekt.

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Nurgül Altuntaş wies darauf hin, dass viele muslimische Schüler „religiöse Analphabeten“ seien. Oft hätten sie auf Fragen andersgläubiger Mitschüler nach den Regeln ihrer Religion keine andere Antwort als die, dass sie eben Muslime seien. „Gegenüber evangelischen Schülern sind viele nicht kommunikationsfähig“, sagte Altuntaş. Der islamische Religionsunterricht könne dazu helfen, sie mit den Grundlagen des muslimischen Glaubens und dem Koran vertrauter zu machen. (epd/mig)

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