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UN-Weltbevölkerungsbericht

Rund 90 Prozent der jungen Menschen leben in Entwicklungsländern

Auf der Erde leben so viele Menschen zwischen 10 und 24 Jahren wie noch nie. Der Weltbevölkerungsbericht setzt große Hoffnungen in die jungen Menschen, von denen die Mehrheit in Entwicklungsländern lebt. Bildung könnte ein Schlüsssel sein, doch die Voraussetzungen sind bescheiden.

Mittwoch, 19.11.2014, 8:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 19.01.2016, 9:40 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

In den armen Ländern der Welt leben immer mehr junge Menschen. Laut dem am Dienstag in Berlin vorgestellten UN-Weltbevölkerungsbericht ist jeder vierte Mensch auf der Erde zwischen 10 und 24 Jahren alt. Von den derzeit 1,8 Milliarden jungen Menschen lebten 89 Prozent in Entwicklungsländern, sagte Michael Herrmann vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). Bis 2050 werde sich die Zahl junger Menschen weltweit voraussichtlich auf zwei Milliarden erhöhen.

Wenn in die Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeitsmöglichkeiten dieser jungen Menschen investiert werde, könnten sie die Entwicklung armer Länder deutlich voranbringen, betonte Herrmann. Laut dem UN-Bericht kommen jedes Jahr weltweit etwa 120 Millionen junge Menschen ins erwerbsfähige Alter, 15 Millionen von ihnen in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Im Jahr 2013 waren weltweit 73,4 Millionen 15- bis 24-Jährige arbeitslos. Das entspreche etwa 36 Prozent der insgesamt 202 Millionen Arbeitslosen, heißt es.

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Herrmann sprach in dem Zusammenhang von einer „demografischen Dividende“, die Entwicklung und Wirtschaftswachstum in den jeweiligen Ländern beschleunigen könnte. „Um von der günstigen Bevölkerungsstruktur zu profitieren, müssen Staaten gezielt in junge Menschen investieren – vor allem in eine hochwertige Bildung, eine umfassende Gesundheitsversorgung inklusive Aufklärung und Verhütung sowie menschenwürdige Arbeitsmöglichkeiten“, betonte er.

Ein gelungenes Beispiel für das Einfahren einer „demografischen Dividende“ sei Südkorea, sagte Herrmann. Ein maßgeblicher Schlüssel dafür sei die Stärkung von Mädchen und Frauen, damit sie bewusst entscheiden können, wie viele Kinder sie bekommen, und am Erwerbsleben teilhaben können. Wer im Teenie-Alter verheiratet werde und viele Kinder bekomme, werde nur sehr schwer in der Wirtschaft einen Job finden. Sexuelle Selbstbestimmung und reproduktive Gesundheit für Frauen und Mädchen bedeute weniger Kinder und damit weniger Ausgaben. Das Geld werde dann investiert und beflügele die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort.

Auch für die Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr, ist die Sexualaufklärung die zentrale Frage für eine selbstbestimmtes Leben. Derzeit hätten weltweit 200 Millionen Frauen dazu keinen Zugang, beklagte Bähr.

Nach wie vor würden die Rechte vor allem von Mädchen mit Füßen getreten. „Jeden Tag werden 39.000 Mädchen im Kindesalter verheiratet, 57 Millionen Kinder besuchen keine Grundschule.“ Trotz aller Entwicklungserfolge reichten die Maßnahmen nicht aus, um Jugendliche zu schützen und sie angemessen zu beteiligen. Sie forderte von den reichen Ländern mehr Geld und mehr Engagement. (epd/mig)

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