Statistisches Jahrbuch 2014

In Schweden kommen auf tausend Einwohner sechs Asylbewerber, in Deutschland nur 1,6

Die Themen Flucht und Asyl beschäftigen zunehmend auch die Datensammler des Statistischen Bundesamts. Am Dienstag wurde das Statistische Jahrbuch 2014 vorgestellt. Die Zahl der Asylanträge steigt – im Vergleich zu anderen Ländern jedoch auf niedrigem Niveau.

Mittwoch, 19.11.2014, 8:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 19.11.2014, 18:00 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die internationalen Krisen spiegeln sich auch in den Datensammlungen des Statistischen Bundesamts wieder: Die Zahl der Asylanträge nimmt seit zwei Jahren deutlich zu. Der Präsident des Statistischen Bundesamts, Roderich Egeler, sagte bei der Vorstellung des aktuellen Statistischen Jahrbuchs am Dienstag in Berlin, in diesem Jahr werde die Zahl der Anträge noch stärker steigen. Bis September seien 116.700 Erstanträge auf Asyl gestellt worden, das sind laut Egeler schon rund 7.000 mehr als im ganzen vorigen Jahr.

2013 hatten die Asylanträge dem Statistischen Jahrbuch zufolge den höchsten Stand seit 1996 erreicht. Vom Hoch aus dem Jahr 1992 mit knapp 440.000 Asylanträgen ist man aber weit entfernt. Seit 2002 war die Zahl stetig gesunken, bis sie 2007 mit rund 19.200 Erstanträgen ihren niedrigsten Stand erreicht hatte. Seitdem steigt sie wieder.

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Nicht nur in Deutschland, in der gesamten EU, hat sich Zahl der Asylbewerber in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt auf rund 437.000 Personen im Jahr 2013. Deutschland, Frankreich und Schweden nehmen die meisten Menschen auf; 2013 entfielen 29 Prozent aller Antragsteller auf Deutschland. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt jedoch Schweden an der Spitze: Dort kommen auf 1.000 Einwohner 5,7 Asylbewerber, in Deutschland nur 1,6.

Der Krieg in Syrien schlägt sich in diesem Jahr deutlich in der Asyl-Statistik nieder: Jeder fünfte Asylbewerber kommt von dort. 2013 war es nur rund jeder Zehnte. Dabei sind die 5.000 Syrer, die Deutschland als Kontingentflüchtlinge aufgenommen hat, nicht mitgerechnet. Sie mussten kein Asyl beantragen, sondern bekamen sofort eine befristete Aufenthaltsgenehmigung.

Das Statistische Jahrbuch fasst Daten aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft in Deutschland zusammen. Es bietet zudem Zeitreihen und internationale Vergleichsdaten. Die Angaben stammen im wesentlichen aus den Jahren 2012 und 2011, einige sind älter, andere aktueller. Das „Standardwerk über Deutschland“ (Egeler) erscheint seit 1952 jedes Jahr. (epd/mig)

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