Jahresstatistik 2013

Mehrheit besucht Integrationskurs freiwillig

Die Zahl der erteilten Teilnahmeberechtigungen für einen Integrationskurs stieg im Jahr 2013 auf einen Höchststand seit 2005. 61 Prozent der Kursteilnehmer besuchten den Integrationskurs freiwillig. Das teilt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit.

Donnerstag, 08.05.2014, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 12.05.2014, 7:50 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Integrationskurse sind „so stark nachgefragt wie noch nie“, meldet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anlässlich der nun vorliegenden Jahresstatistik. Danach wurden im vergangenen Jahr 167.516 Teilnahmeberechtigungen für einen Integrationskurs ausgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 31 Prozent. Dies markiert auch den höchsten Stand seit 2005.

Der Zuwachs an Teilnahmeberechtigungen schlägt sich auch auf die Zahl der Kursteilnehmer nieder – mit 117.354 Personen begannen rund 25 Prozent mehr einen Integrationskurs als im Vorjahr. Ende 2013 konnte der 1 Millionste Teilnehmer in einem Integrationskurs begrüßt werden. Die Zahl der freiwilligen Teilnehmer, also derer, die nicht durch Jobcenter oder Ausländerbehörde zur Teilnahme verpflichtet wurden, ist zudem stark gewachsen: Während im Vorjahr 2012 mit 54 Prozent bereits mehr als die Hälfte der Teilnehmer freiwillig den Integrationskurs besuchten, stieg ihr Anteil im Jahr 2013 auf 61 %.

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Polen erstmals vor Türken
Besonders stark gestiegen ist die Zahl der EU-Bürger, die einen Integrationskurs besuchen: 43 Prozent aller neuen Teilnehmer stammten im Jahr 2013 aus einem EU-Land (50.420 Personen ohne deutsche Staatsangehörige). Hauptherkunftsland der Kursteilnehmer war in 2013 erstmals Polen – in den Jahren zuvor hatten die meisten Teilnehmer die türkische Staatsangehörigkeit. Rumänen, Bulgaren und Syrer belegen die nachfolgenden Plätze.

Download: Den gesamten Bericht sowie weitere ausführliche Statistiken zu den Integrationskursen auch speziell für die einzelnen Bundesländer können Sie hier herunterladen.

Der Integrationskurs schließt mit dem „Deutschtest für Zuwanderer“ und dem Orientierungskurstest ab. Das höchstmögliche Sprachniveau B1, erreichten im Jahr 2013 rund 58 Prozent der Prüfungsteilnehmer. Weitere 34 Prozent schafften das darunter liegende Sprachniveau A2. Damit erhielten 92 Prozent der Prüfungsteilnehmer ein Sprachzertifikat, mit dem sie ihre Lernerfolge nachweisen können.

Der Integrationskurs ist das zentrale Instrument zur Unterstützung des Grundspracherwerbs für Menschen mit Migrationshintergrund. „Aber er ist nicht nur Sprachkurs sondern auch Empowerment-Maßnahme, denn Integrationskursteilnehmer wenden die deutsche Sprache in ihrem Alltag häufiger an, haben mehr Kontakt zu Deutschen, nutzen häufiger deutsche Medien und geben häufiger an, in Deutschland bleiben zu wollen“, teilt das BAMF mit. (sb)

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