Der Triebtäter

„Ach nee, doch nicht…“

Wenn es nach der Union geht, soll die deutsche Staatsbürgerschaft behalten dürfen, wer in Deutschland einen Schulabschluss gemacht hat. All die anderen, die es nicht geschafft haben, die sollen dahin zurückgehen, wo sie hergek... wo die Eltern hergeko... naja, sie wissen schon...

Von Dienstag, 11.02.2014, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 12.02.2014, 22:37 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Sind Sie in Deutschland aufgewachsen? Ausgerechnet für einen Großteil der NPD-Klientel könnte die Antwort bald lauten: Nein. Denn wenn es nach der Union geht, gelten für die deutsche Staatsbürgerschaft bald restriktivere Regeln als für die Geheimtreffen der Anonymen Pedanten und Paragraphenreiter Deutschlands – und das alles nur, um ein behauptetes Ja als konkretes Nein zu erhalten.

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Und konkret geht es eben darum, dass die Union zunächst der Abschaffung der Optionspflicht prinzipiell zugestimmt hatte, jetzt aber nach Möglichkeiten sucht, diese Abmachung zu hintertreiben, indem auf einzelnen Formulierungen herumgeritten wird.

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Ganz speziell geht es deshalb darum, dass der Doppelpass nur jenen Migranten zugänglich sein soll, die in Deutschland aufgewachsen sind – und aufgewachsen, da könnte ja jeder kommen, das ist man hierzulande eben nicht, bloß weil man hier aufgewachsen ist; nein, wenn es nach der Union geht, dann ist nur hier aufgewachsen, wer auch einen Schulabschluss hat. Alle anderen haben nur herumgelungert und unsere Zeit verschwendet – dabei haben, wir es doch so gut mit ihnen gemeint.

„Und wie du wieder aussiehst // Löcher in der Hose // Und ständig dieser Lärm // …“

Nun, natürlich wird niemand ausgebürgert, nur weil er in der Schule versagt hat – diejenigen Fans, die allwöchentlich treu von PI-News herüberfinden, können also beruhigt sein. Ein Land wie Bayern, dass so selektiv Menschen zergliedert, könnte sich das ohnehin gar nicht leisten, werden doch die Kinder der Stimmtischknechte auch wieder zu Stammtischknechten herangezüchtet, damit sie nicht die Abijahrgänge der Oberschicht mit ihrer Armut infizieren.

Aber all die anderen, die es deswegen nicht geschafft haben, die sollen halt dahin zurückgehen, wo sie hergek… wo die Eltern hergeko… naja, sie wissen schon…

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  1. Mika sagt:

    Super Artikel! Stimme Ihnen vollkommen zu. Dabei gibt es schon längst den Doppelpass – nur nicht für Migranten türkischer Herkunft! Denn diese sind nicht gleicher als gleich…..äh…Sie wissen schon ;-)

  2. Der Kommentar geht leider von falschen Voraussetzungen aus. Nach den Plänen der Union soll derjenige den Pass behalten können, der seine Kindheit „überwiegend“ in D verbracht hat. So stehts im Koalitionsvertrag. Nachgewiesen werden kann das über das Melderegister, was bei häufigeren Umzügen ziemlich bürokratisch sein kann. Also soll alternativ der Nachweis eines Schulabschlusses in D genügen. Das ist alles. Bin bestimmt kein Freund der Friedrichse und di Mieseres, aber diese Polemik entbehrt mal jeder Grundlage und man sollte nicht mit denselben populistischen Methoden arbeiten, wie es die Gegenseite gern tut.

  3. Matthias sagt:

    @Mika,

    den Doppelpass gibt es. Aber nur für bestimmte Personengruppen, wie zB EU Bürger und anerkannte Asylbewerber. Hier gibt es deutliche Unterschiede zu türkischen Staatsangehörigen.

    Anerkannte Asylbewerber kann man keinesfalls auffordern einen Heimatpass zu besorgen bei dem Staat, von dem sie angeben verfolgt zu werden.

    Und für EU-Bürger gelten europarechtliche Vorgaben, welche für die Türken eben nicht gelten.

    Juristisch gibt es hier keine Ungleichbehandlung!