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Der Triebtäter

Guter Ausländer, schlechter Ausländer

Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Denn der Fritzl HaPe, der Seehofer Schorsch und der hessische Ausländerexperte mit dem urdeutschen Namen, Volker Bouffier, die poltern mal wieder auf völkischem Terrain und spielen dabei das in der Union so beliebte Spiel „Guter Ausländer, schlechter Ausländer“:

Von Dienstag, 10.09.2013, 8:28 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 12.09.2013, 23:10 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Da gibt es zuerst die, die kommen sollen, aber nicht kommen wollen.

Diese selten in heimischer Wildbahn anzutreffende Spezies nennt sich gemeinhin „Facharbeiter“, wird mit viel Geld in allen Ecken der Welt angeworben, um den allenthalben ausgerufenen „Fachkräftemangel“ auszugleichen. So wurden bereits vor Jahren für die sogenannte IndernationsTechnologie (IT) angeworben, bis man in Hessen eine bessere Lösung für den bereits um sich greifenden Mangel an IT-Fachkräften gefunden hatte: „Kinder statt Inder“ – vögelt die Hindus aus dem Lande! Derzeit wird beispielsweise versucht, in China Pflegefachkräfte zu werben – mit mäßigem Erfolg: In der Welt ist inzwischen bekannt, wie man in Deutschland mit Immigranten umgeht, das Interesse, sich dem auszusetzen, ist verständlicherweise gering.

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Und dann gibt es auch die, die kommen wollen, aber nicht kommen sollen; da sie nicht gezielt angeworben wurden, sondern freiwillig kamen, sind sie natürlich keine Fachkräfte. Wer nicht angeworben wurde und arbeiten will, kann also nur eines sein: ein Armutseinwanderer. Und Armutseinwanderer dürfen weder „anständigen, hart arbeitenden Deutschen die Arbeit wegnehmen“, selbst wenn die Stelle unbesetzt ist, noch dürfen sie auf ein langfristiges Bleiberecht hoffen, sie müssen also möglichst im Schnellverfahren ohne individuelle Prüfung abgeschoben werden. Zurück im Heimatland können sie sich dann ja gezielt anwerben lassen, dann sind sie auch willkommen.

Zuletzt gibt es dann noch diejenigen, die kommen sollen, die allerdings auch ganz freiwillig kommen wollen – und die man deshalb, wenn auch nicht ganz so sehr wie die Zuletztgenannten, natürlich ordentlich schikanieren kann. Wer wären wir denn, wenn wir Ausländer einfach mal Ausländer seien ließen, und sie nicht spüren ließen, „dass das hier Deutschland ist, und da wird natürlich deutsch gesprochen“.

Also haben sich der Volker und der Hotte mit dem Fritzl-Peter zusammengesetzt und überlegt, wie man den rechten Rand jenseits des rechten Randes, dessen Stimmen man ohnehin sicher hat, denn einfangen könnte – immerhin stehen ja Wahlen an. Gekommen ist man, Phantasie ist scheinbar Mangelware, auf des Führers gute deutsche Wertarbeit. Wie kann es sein, so erklärt der Hotte jedem, den es gar nicht interessiert, dass dieses Ausländerpack des Führers Asphalt verschandelt, ohne dafür zu zahlen?! Gut, 1938-45 hat es bereits teuer dafür bezahlt – aber das ist ja verjährt. Der Hotte, sonst strikt dafür, Tempolimits aus dem Duden zu verbannen, weil des Führers Autobahnen schließlich ein Touristenmagnet sind, will die Genannten nun nicht mehr auf eben jenem haben – und wenn es sich schon nicht vermeiden läßt, so sollen sie wenigstens Eintritt bezahlen: Deutsche natürlich nicht – legal…? illegal?! scheißegal!

Angela Merkel, die ein gutes Gespür dafür hat und den Braten entsprechend früh gerochen hat, fürchtet nun natürlich, auf den letzten Metern könnte es doch noch zu soetwas wie Wahlkampf kommen, legte also flugs ihr Veto ein; allerdings nicht unwidersprochen. Denn auch in Hessen wird gewählt, und weil gerade zu wenig ausländisch klingende Namen auf den Wahllisten stehen – offenbar vorauseilender Gehorsam der politischen Konkurrenten – und auch „rote Socken“ so langsam irgendwie ausgelutscht sind, sprang die ansässige CDU auf den fahrenden Zug auf.

Und Hotte Seehofer? Der richtet sein Fähnchen sonst nach jedem lauen Lüftchen aus, wenn er sich aber mal im Ausländer verbissen hat, dann wird er zum Schoßhundchen, das davon träumt, mal ein Pitbull zu sein. Es steht zu fürchten, dass uns das Thema noch zumindest bis zu jenem tragischen Wahlabend im September erhalten bleibt, an welchem dem Hotte sein Geschwätz von gestern gepflegt am Anus vorbeigehen kann, weil die Bayernwahl gelaufen ist.

Hab ich noch was vergessen?

Achja: Laut UNHCR sind bereits mehr als zwei Millionen Syrer offiziell als Flüchtlinge registriert [die tatsächliche Zahl liegt womöglich um das Dreifache darüber], mindestens eine Million davon sind unschuldige Kinder. Und während die Politik über Giftgas streitet, bleibt es dabei, dass Deutschland gerade einmal 5.000 dieser Menschen Zuflucht gewähren will. Natürlich keinen Muslimen, immerhin sind wir ein christliches Land und wo steht denn bitte geschrieben, Christen sollten ihren Nächsten lieben, egal woran der glaubt? – die Türkei hat währenddessen übrigens bereits über zwei Milliarden Euro zur Unterstützung dieser Flüchtlinge ausgegeben – ohne erst deren Religion zu klären.

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