Auf der Straße

Weißt du, wer Beate Zschäpe ist?

„Weißt du, wer das ist?“ Diese Frage stellte MiGAZIN Medienpartner Du hast die Macht Jugendlichen auf der Straße und zeigte ein Foto von Beate Zschäpe. Eine rhetorische Frage, könnte man meinen.

Freitag, 17.05.2013, 8:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 24.05.2013, 7:41 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Ihr Bild geht seit der zufälligen Entdeckung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) im November 2011 durch alle Zeitungen, ihr Name geistert durch die Nachrichtenportale, ihre Taten sorgen weltweit für Entsetzen. Seit Anfang dieser Woche sitzt sie als Angeklagte vor dem Oberlandesgericht (OLG) München. Ihr wird die Beteiligung an zehn Morden, Bombenanschlägen und mehr als ein Dutzend Bankrauben vorgeworfen: Beate Zschäpe, weibliches Mitglied der NSU.

Der Medienrummel erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt, als sich Zeitungen, Fernsehen und Hörfunk sich zu einem Windhundrennen zusammenfanden um die knappen Presseplätze im Gerichtssaal des OLG. Weil für ausländische Medien leer ausgingen, musste das Bundesverfassungsgericht einschreiten. Schließlich hatten acht der zehn Mordopfer ausländische Wurzeln. Aus dem Windhundrennen wurde ein Lotteriespiel. Die Plätze wurden im Losverfahren vergeben. Die mediale Aufmerksamkeit hätte größer kaum sein können. Kurz: In den vergangenen 18 Monaten verging kein einziger Tag, wo das Bild von Zschäpe nicht gezeigt wurde.

___STEADY_PAYWALL___

Eine rhetorische Frage. Eigentlich.
Auch nach dem Prozessauftakt blieb Zschäpe im Mittelpunkt der Medienberichterstattung – mit neuen Fotos direkt aus dem Gerichtssaal. Wie sieht sie aus? Was hat sie heute an? Steht ihr der Blazer? Ist sie zu modisch, zu selbstbewusst? Wer denkt dabei noch an die Opferfamilien?

MiGAZIN Medienpartner Du hast die Macht ist auf die Straße gegangen, ausgestattet mit Mikrofon, Kamera und einem Zschäpe-Foto. Erkundet werden sollte, ob es hierbei um die Angeklagte oder um das große Ganze geht: Rechtsextremismus, Neonazis, Vorurteile in unserer Gesellschaft. Sie haben Jugendlichen eine – eigentlich rhetorische – Frage gestellt: „Weißt du, wer das ist?“ Hier ist die Antwort:

Zurück zur Startseite
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. posteo sagt:

    Insgesamt finde ich den Kenntnisstand der jungen Leute nicht so bedenklich, wie die Einleitung des Artikels befürchten ließ.
    Der Name der Hauptangeklagten tut ja eigentlich nichts zur Sache. Wesentlich war, dass alle Interwievten den rechtsextremistischen Hintergrund kannten und sich mit dem Thema Rechtsextremismus bereits auseinandergesetzt haben.

  2. Charlotte sagt:

    Bedenklich finde ich nur solche Aussagen wie dass das Medieninteresse an dem Fall nerve.. so à la „Lasst mich mit dem Thema in Ruhe“…

  3. Alex de Souza sagt:

    Ich empfinde das eher als positiv,dass da dieses genervt sein zu Tage tritt.Ich kenn das von mir selbst,dass man einfach nurnoch genervt ist.Aus Sicht von uns Jugendlichen,gibts da überhaupt keinen Diskussionbedarf,weil man mit Migranten aufgewachsen ist und das eben normal ist.Man meint eben,dass man einfach leben soll und sich iwann ohnehin alles gesellschaftlich regeln wird und deshalb keine Unterscheidungen bei solchen Fällen gemacht werden sollten.

    Die Frau ist aus meiner Russlanddeutschensicht keine Rassistin sondern einfach ne Mörderin.Sie hat keine Türken oder Deutsche oder sonst wenn,sondern Menschen umgebracht.Durch dieses differenzieren zwischen den Nationalitäten zeigt sich eher,wie vergreisst unsere Medien sind,denn die Jugend unterscheidet da eigentlich kaum noch.Die sind weitgehend kosmopolitisch und deshalb auch genervt sich permanent anhören zu müssen,wie rassistisch Deutsche doch sind.Der Junge bei 3:12 sagt genau das was viele Jugendliche denken.Immer soll man Komplexe haben,wegen damals und darf nicht stolz sein Deutscher zu sein,weil man sich ja dann über andere erhebt und bla.Der durchschnittliche Jugendliche denkt gar nicht darüber nach und ist einfach nur genervt,von den alten Kamellen.Der durchschnitts Jugendliche denkt:“Einfach leben und leben lassen und iwann mischen wir uns eh einmal durch und dann sind wir eh alle gleich.So Wayne interessierts ob einer Ausländer ist?“PS:K*ckhau*en gibts bei jeder Nationalität genug.In diesem Sinne:Make love no war,ne umiraj ljubov,peace and out.