Auf der Straße

Weißt du, wer Beate Zschäpe ist?

„Weißt du, wer das ist?“ Diese Frage stellte MiGAZIN Medienpartner Du hast die Macht Jugendlichen auf der Straße und zeigte ein Foto von Beate Zschäpe. Eine rhetorische Frage, könnte man meinen.

Ihr Bild geht seit der zufälligen Entdeckung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) im November 2011 durch alle Zeitungen, ihr Name geistert durch die Nachrichtenportale, ihre Taten sorgen weltweit für Entsetzen. Seit Anfang dieser Woche sitzt sie als Angeklagte vor dem Oberlandesgericht (OLG) München. Ihr wird die Beteiligung an zehn Morden, Bombenanschlägen und mehr als ein Dutzend Bankrauben vorgeworfen: Beate Zschäpe, weibliches Mitglied der NSU.

Der Medienrummel erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt, als sich Zeitungen, Fernsehen und Hörfunk sich zu einem Windhundrennen zusammenfanden um die knappen Presseplätze im Gerichtssaal des OLG. Weil für ausländische Medien leer ausgingen, musste das Bundesverfassungsgericht einschreiten. Schließlich hatten acht der zehn Mordopfer ausländische Wurzeln. Aus dem Windhundrennen wurde ein Lotteriespiel. Die Plätze wurden im Losverfahren vergeben. Die mediale Aufmerksamkeit hätte größer kaum sein können. Kurz: In den vergangenen 18 Monaten verging kein einziger Tag, wo das Bild von Zschäpe nicht gezeigt wurde.

Eine rhetorische Frage. Eigentlich.
Auch nach dem Prozessauftakt blieb Zschäpe im Mittelpunkt der Medienberichterstattung – mit neuen Fotos direkt aus dem Gerichtssaal. Wie sieht sie aus? Was hat sie heute an? Steht ihr der Blazer? Ist sie zu modisch, zu selbstbewusst? Wer denkt dabei noch an die Opferfamilien?

MiGAZIN Medienpartner Du hast die Macht [3] ist auf die Straße gegangen, ausgestattet mit Mikrofon, Kamera und einem Zschäpe-Foto. Erkundet werden sollte, ob es hierbei um die Angeklagte oder um das große Ganze geht: Rechtsextremismus, Neonazis, Vorurteile in unserer Gesellschaft. Sie haben Jugendlichen eine – eigentlich rhetorische – Frage gestellt: „Weißt du, wer das ist?“ Hier ist die Antwort: