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Ausländer-Hetze mit Halbwahrheiten und hinkenden Vergleichen

Das Boulevardblatt Bild hetzt erneut gegen Ausländer. Sie vergleicht die Hartz-IV-Quoten von Ausländern aus verschiedenen Herkunftsländern. Dass soziale, strukturelle und rechtliche Hürden maßgeblich für diese Quoten sind und nicht die Herkunft, verschweigt das Blatt.

Dienstag, 17.01.2012, 8:28 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 19.01.2012, 7:13 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

„Alarmierend hohe Hartz-IV-Quoten bei Ausländern“ meldet die Bild-Ausgabe vom 16. Januar 2012 und veröffentlicht dazu eine Tabelle, in der Hartz-IV-Bezieher ohne deutschen Pass nach Quote und Herkunftsland sortiert sind. Das Fazit der Bild-Zeitung: „Ausländische Mitbürger ohne deutschen Pass sind im Schnitt mehr als doppelt so oft von Hartz-IV betroffen wie Deutsche“ (17,6 % zu 6,9).

Keine Erwähnung findet, dass die Hartz-IV-Quote in Ostdeutschland mit 17 Prozent nur unwesentlich unter dem Schnitt der Ausländer liegt. Nicht erwähnenswert findet das Boulevardblatt auch, dass im Flächenland Sachsen-Anhalt – das Land mit dem geringsten Ausländeranteil 1 – diese Quote mit 18,4 Prozent sogar über dem der Ausländer liegt 2.

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In diesem Zusammenhang kritisiert der integrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Memet Kılıç, die Berichterstattung und warnt davor, soziale Probleme zu ethnisieren. Kılıç weist zudem darauf hin, dass viele Ausländer schon „aufgrund ihres unsicheren Aufenthaltsstatus keine Chance auf dem Arbeitsmarkt“ haben. „Abgesehen vom Aufenthaltsstatus ist sogar der ausländische Name für viele Arbeitgeber entscheidend“, ergänzt der Grünen Politiker.

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Eine Studie der Universität Konstanz hatte gezeigt, dass trotz vergleichbarer Qualifikationen, Bewerber mit türkischen Namen insgesamt 14 Prozent weniger positive Antworten erhielten. In kleineren Unternehmen waren es sogar 24 Prozent. (bk)

  1. Quelle: Statistisches Bundesamt
  2. Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Bundesagentur für Arbeit und Berechnungen der Paritätischen
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