TV-Tipps des Tages

10.12.2011 – Neonazis, Zwangsehe, Mauerjahre, Berlin, Türkei, Deutschtest, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Cosmo TV: An vorderster Front - Frauen bei den Neonazis, Raus aus der Zwangsehe - In ein neues Leben; Mauerjahre: Leben im geteilten Berlin; Meine Liebe in Deutschland - "Eigentlich hatte ich nie vor aus der Türkei zu heiraten", sagt Atilla Gümüstas

Von Samstag, 10.12.2011, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 08.12.2011, 17:51 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |   Drucken

Cosmo TV
Moderation: Till Nassif – Themen: An vorderster Front – Frauen bei den Neonazis; In einem fernen Land – Der Rosenverkäufer; Raus aus der Zwangsehe – In ein neues Leben

An vorderster Front – Frauen bei den Neonazis
BERLIN. Sie kämpfte für einen braunen Nationalstaat – jedes Mittel war ihr recht. Eine Aussteigerin aus der rechten Szene erzählt exklusiv aus dem Innenleben der Neonazis. Sie war Mitglied einer Frauengruppe aus dem Umfeld der autonomen Nationalisten. Ihre Vorbilder waren starke Frauen aus der NS-Zeit. Ihr Ziel war es an vorderster Front mit dabei zu sein, genau wie die Männer. Sie fielen durch das Raster der Fahnder und schienen unsichtbar, so wie Beate Zschäpe. Die Journalistin Andrea Röpke beobachtet seit Jahren die rechtsradikale Szene. Ihr war die junge Frau seit Jahren bekannt. Warum Frauen in dieser Szene unterschätzt werden – Cosmo TV berichtet exklusiv.

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In einem fernen Land – Der Rosenverkäufer
BANGLADESCH/DORTMUND. Seine Mutter dachte immer, ihr Sohn Golam mache in Deutschland als Akademiker Karriere, schließlich hatte er studiert und in Bangladesch einen sehr guten Job gehabt. Als Feinde seines damaligen Chefs ihn bedroht und erpresst hatten, musste er fliehen. Golam musste fliehen, ihn verschlug es nach Deutschland. Das ist nun 11 Jahre her, seitdem arbeitet er in Dortmund als Rosenverkäufer, verdient nicht viel Geld. Er hat gespart und möchte nach Bangladesch reisen. Nach 11 Jahren wird er seine Mutter zum ersten Mal wiedersehen. Für diese Begegnung will er seinen ganzen Mut zusammen nehmen und seiner Mutter endlich die Wahrheit sagen. Cosmo TV hat ihn auf der langen Reise begleitet.

Raus aus der Zwangsehe – In ein neues Leben
HERNE. Ömriye Kopitz ist Mitte 40, verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Seit elf Jahren leitet sie ein Fitnesscenter in Herne. Viele Frauen kommen gerne zu ihr, sie fühlen sich angenommen. Ömriye gibt ihnen ein Selbstwertgefühl, für das sie selbst lange und hart kämpfen musste. Als kleines Kind kam sie mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern aus der Türkei nach Deutschland. Mit 17 wurde sie gegen ihren Willen mit einem Türken verheiratet. Schon wenige Tage nach der Hochzeit floh sie in ein Frauenhaus in Norddeutschland, verließ ihre Familie und Freunde. Eineinhalb Jahre später kehrte sie zurück nach Herne, als junge Türkin, allein und ohne Familie. Sie kam zurück – aber unter ihren Bedingungen: Sie wollte eine Ausbildung machen. Cosmo TV trifft eine Frau, die sich mit eigener Kraft aus der Zwangsehe befreit und einen neuen Weg eingeschlagen hat. 09:00-09:30 • WDR

Mauerjahre
Leben im geteilten Berlin (1976 – 1978) – 1976 feierte die DDR-Führung den 15. Jahrestag der „Sicherung der Staatsgrenze“ und machte die Mauer an vielen Stellen noch undurchlässiger. Der Palast der Republik wurde in Ost-Berlin feierlich eingeweiht.

Der Liedermacher Wolf Biermann nach einem Auftritt in West-Deutschland von der DDR-Regierung ausgewiesen, das Überschallflugzeug Concorde landete in West-Berlin und der westdeutsche Fernseh-Korrespondent Lothar Loewe musste umgehend Ost-Berlin verlassen. Der Ostberliner Bernd Wolfgang, Hausmeister der ersten Stunde im Palast der Republik, erzählt vom Eröffnungstag des Palastes und dem Staunen der Besucher über „Erichs Lampenladen“.

1977 war das Jahr des RAF-Terrors in der Bundesrepublik. Der Ost-Berliner Sänger und Schauspieler Manfred Krug verließ die DDR, David Bowie veröffentlichte sein Album mit dem legendären Titelsong „Heroes“ und die DDR bekam nach gestiegenen Weltmarktpreisen ein Kaffeeversorgungsproblem. Die Ostberlinerin Helga Lindner erinnert sich an ihre Tätigkeit im damals neu eröffneten Metropol-Hotel. Zu den Mitarbeitern der ersten Drogenberatungsstelle gehört der Westberliner Student Horst Bröhmer. Er erzählt von seinem Optimismus, Drogenabhängige von der Straße zu holen und seiner Betroffenheit über den Tod eines Schützlings.

1978 besuchte die britische Königin Elisabeth II. West-Berlin zum zweiten Mal, Freddy Mercury rockte mit seiner Band Queen die Deutschlandhalle und die Gebrüder Blattschuss besangen die „Kreuzberger Nächte“. In Ost-Berlin entstand die Satellitenstadt Marzahn und im Westberliner Tempelhof endete eine Flugzeugentführung glimpflich. Der Westberliner Manfred Sangel, Hertha BSC Fußball-Fan, erzählt von seiner Verbundenheit mit dem Ostberliner Fußballclub 1. FC Union, seinen Fahrten zu Spielen in der DDR und Fanfreundschaften über die Mauer hinweg.

Die Reihe dokumentiert den Alltag der Menschen in der berühmtesten geteilten Stadt der Welt: von den Monaten vor dem Mauerbau 1961 bis zur offiziellen Wiedervereinigung Deutschlands 1990. In sich geschlossene Jahreschroniken erzählen, was damals West und Ost bewegte. „Mauerjahre“ ist eine Berlin-Chronik im Nachrichtenformat – kompakt, informativ und unterhaltsam. In jedem Jahr kommen Zeitzeugen aus beiden Teilen der Stadt zu Wort und schildern ihre „Mauerjahre“ – Episoden aus dem Leben im gespaltenen Berlin. 11:30-12:15 • NDR Hamburg, NDR Mecklenburg-Vorpommern, NDR Niedersachsen, NDR Schleswig-Holstein

hier und heute
Meine Liebe in Deutschland – „Eigentlich hatte ich nie vor aus der Türkei zu heiraten“, sagt Atilla Gümüstas. Aber dann hat es ihn erwischt: In Kastamonu, einer Provinzstadt in Anatolien hörte der 24-jährige Deutsch-Türke die Stimme einer Radiomoderatorin. Sie ließ ihn nicht mehr los. Er lernte Cavidan kennen, es war Liebe auf den ersten Blick. Nun sitzt er mit seiner Frau im winzigen Hotelzimmer in Ankara und büffelt mit ihr für die Deutschprüfung. Wenn Cavidan besteht, kann sie endlich zu ihm nach Köln kommen. Die beiden sind schon zwei Jahre verheiratet. Eine Liebe mit Hindernissen.

Auch Güzide Öztürk aus Ahlen kann es kaum erwarten, dass sie zusammen leben: Ihr Mann wollte vor anderthalb Jahren schon nach Deutschland ziehen, gleich nach der Hochzeit. Aber er hat sie immer wieder vertröstet: Burak, 33, lässt seinen PC-Laden mit angeschlossenem Internet-Café in einer Kleinstadt südlich von Ankara nur schweren Herzens hinter sich. Er weiß, in Deutschland wird alles anders: „Der Tee wird anders schmecken“. Und er muss Deutsch sprechen können.

Wenn Imran Cosgun an der Kasse im Lebensmittelladen ihres Vaters sitzt, vertippt sie sich oft. Denn die 20-Jährige denkt an Ömer. Der ist weit weg, in Ankara. Seit Jahren kommunizieren sie fast nur übers Internet, dabei hilft sie ihm auch beim Deutschlernen. Ömer will alles für sie aufgeben: Seine Heimat, die Nähe zur Familie, den guten Posten bei der Flughafenbus-Gesellschaft. Die beiden waren lange heimlich verliebt, bis Imrans Vater ein Foto von Ömer bei ihr fand.

Reporterin Christiane Haas erzählt drei zauberhafte Liebesgeschichten aus der deutsch-türkischen Lebenswelt und stellt dabei viele Fragen: Warum heiratet die finanziell unabhängige Güzide lieber einen Mann aus der Türkei? Warum trägt Imran eigentlich Kopftuch? Und was genau passiert in einer Henna-Nacht? 18:20-18:50 • WDR

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