TV-Tipps des Tages

02.12.2011 – Bayern, Afghanistan, Rassismus, Politkowskaja, Neonazi, Holocaust

TV-Tipps des Tages sind: Der bayerischen Geschichte auf der Spur; MENSCH LEUTE; Strahlende Wüste; Die Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja; Nachtcafé - Als gewaltbereiter Neonazi zog Manuel Bauer voller Vorurteile durch die Straßen; WDR-dok : Judith und der Mann von Schindlers Liste; Cosmo TV: Neonazi-Angriff ohne Folgen

Von Freitag, 02.12.2011, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 01.12.2011, 14:19 Uhr Lesedauer: 13 Minuten  |   Drucken

Der bayerischen Geschichte auf der Spur
1/14, Das „unterirdische“ Bayern – In 14 Folgen erläutert Manfred Treml prägende Ereignisse, Persönlichkeiten oder Strukturen der Geschichte Bayerns. Anhand von historischen Bildern werden Schwerpunkte in der Geschichte Bayerns erläutert.

Diese sind z. B. die Entstehung der Stammesgebiete und ihre Entwicklung im Mittelalter, die bedeutendsten Städte verschiedener Epochen, die Herrscher, aber auch das Leben der kleinen Leute.

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In weiteren Folgen geht es um die Abstammung der Baiern, die Herrschaft der Merowinger in dem Gebiet Frankens, um Otto von Wittelsbach, Heinrich den Löwen, um die Abhängigkeit des Königs von Unternehmerpersönlichkeiten im 16. Jahrhundert, die Katastrophen des 30-jährigen Krieges oder die Zeit der Weimarer Republik, die Nazi-Herrschaft und den Wiederaufbau des Freistaates Bayern nach 1945. 09:45-10:00 • BR-alpha

MENSCH LEUTE
Die Macherin von „Kinderberg“: Suzana Lipovac – Hilfe für Afghanistan. Suzana Lipovac ist eine ungewöhnliche Frau. Sie wird 1968 in Stuttgart geboren. Die Eltern sind bosnische Kroaten. Der Kriegsausbruch im damaligen Jugoslawien verändert die gesamte Lebensplanung der jungen Frau.

1992 organisiert Suzana Lipovac die Rettung tausender Kinder und Jugendlichen aus dem Kriegsgebiet. Besonders einschneidend für Suzana Lipovac war der Kriegsausbruch in Afghanistan nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York.

Im Februar 2002 eröffnet die von Lipovac 1993 gegründete Stuttgarter Hilfsorganisation „Kinderberg“ eine erste kleine Krankenstation in der Nähe von Kabul. Nach zehn Jahren sind daraus rund 50 Medizincontainer im Norden Afghanistans geworden. Medizinische Hilfe erhalten vorwiegend Kinder und Frauen. Finanzielle Unterstützung für die Kinderberg – Projekte bekommt Suzana Lipovac vom Auswärtigen Amt und dem Entwicklungshilfeministerium.

Private Spenden gibt es kaum noch für Afghanistan. Für ihre Zusammenarbeit mit dem Militär wird Suzana Lipovac von anderen Hilfsorganisationen heftig kritisiert. Lipovac ist das zwischenzeitlich egal. „Wenn ich Menschen das Überleben sichern kann, sind auch unkonventionelle Methoden gefragt“ sagt die heute 43-Jährige.

Günther Henel hat Szusana Lipovac ein Jahr lang mit der Kamera begleitet. Es ist ein Film entstanden, der unter die Haut geht. Suzana Lipovac hat mehrere nationale und internationale Auszeichnungen bekommen. Erst kürzlich wurde ihr von Bundespräsident Christian Wulf das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 18:15-18:45 • SWR BW

Strahlende Wüste
Spielfilm – Im westafrikanischen Niger, 2010: Zwei französische Mitarbeiter einer internationalen Umweltorganisation werden gekidnappt. Die beiden Wissenschaftler sind im Auftrag einer Nicht-Regierungs-Organisation im Niger unterwegs.

Dort finden sie Erschreckendes über die menschenverachtenden Arbeitsmethoden im Uranabbau durch den mächtigen, französischen Staatskonzern URANIA heraus. Dass die zwei Forscher von einem mysteriösen Kommando entführt werden, platzt mitten in die kritisch verlaufenden Neuverhandlungen um den Uranpreis zwischen dem Unternehmen und dem Staat Niger. Bald werden die Geiseln zum Streitobjekt in einem schmutzigen Spiel.

Die Strategie der Strippenzieher im Pariser Ministerium wird dabei zunehmend zwielichtig. Ihr Diplomat Hugo Geoffroy kämpft einerseits für die Freilassung der Geiseln. Doch auf andererseits wird die URANIA hofiert, die mit der Aussicht auf billige Energieversorgung für die französische Republik lockt. Würden die Geiseln vor der Unterzeichnung der Neuverträge freikommen, würde Kritik an URANIA laut und der Konzern in den Verhandlungen geschwächt. Dieses Argument überzeugt. Die französische Regierung weist ihren Sondergesandten Hugo an, die Befreiung der zwei Entführten zu verzögern.

Der Staatsminister der Inneren Sicherheit des Niger, Colonel Aboubacar, wiederum hat kaum Interesse an neuen Verträgen mit den Franzosen. Die Chinesen bieten ihm gutes Geld, ohne jedwede Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes …

Hélène, die aus Paris eingeflogene Leiterin der Umweltorganisation, muss hilflos mit ansehen, wie das Leben ihrer zwei Kombattanten zur geheimen Verhandlungssache wird. Dann soll Hugo die mühsam erwirkte Freilassung der kranken Coralie aufschieben, um Zeit zu gewinnen. Er gerät gegenüber Hélène und seinem eigenen Gewissen in Erklärungsnot.

Hintergrundinformationen:
Frankreichs Umgang mit seinen ehemaligen Kolonien, der afrikanische Wunsch nach Unabhängigkeit, die gefährliche Macht der Wirtschaft über die Politik und die großen Streitfragen um das schmutzige und riskante Geschäft des Uranabbaus – Regisseur Fred Garson verdichtet diese brisanten Themen zu einem fesselnden, auf realen Begebenheiten gründenden Politthriller von beunruhigender Aktualität.

Drehbuchautor Didier Lacoste begann seine Karriere mit Kurzfilmen und als Koautor von Spielfilmen. Er schrieb für französische Serien wie „Joséphine, ange gardien“ und „Le Juge est une Femme“, arbeitete aber auch an Vorlagen für Fernseh- und Kinofilmproduktionen. Meist verfasst er Drehbücher in Zusammenarbeit mit anderen Autoren, wie beispielsweise bei „Les Frangines“ von Laurence Katrian aus dem Jahr 2002 oder „Une autre femme“ von Jérôme Foulon aus demselben Jahr.

Die Koautorin Pauline Rocafull, die mit Didier Lacoste an „Strahlende Wüste“ schrieb, verfasste 2004 als Erstlingsdrehbuch „Le fauve en cage“. Später arbeitete sie für die Serie „Affaires Classées“. Gemeinsam mit Didier Lacoste schrieb sie bereits das Drehbuch zum Fernsehfilm „1905“ von Henri Helman und zu „Hinterhalt in Afghanistan“ von Miguel Courtois.

Für den erfolgreichen ARTE-koproduzierten Film „Sie wusste zuviel“ von Olivier Langlois über eine Frau, die ihrem in Sachen Politkowskaja verschwundenen Mann in Russland hinterher fahndet, bekam das Duo 2008 beim Festival de la Rochelle den Preis für das beste Drehbuch.

Die belgische Schauspielerin Natacha Régnier hatte, ihrer abgebrochenen Schauspielschulausbildung zum Trotz, 1998 ihren Durchbruch in Erick Zoncas „Liebe das Leben“. Sie gewann für die Rolle der Marie noch im selben Jahr sowohl den Darstellerpreis in Cannes als auch den Europäischen Filmpreis in der Kategorie „Beste Darstellerin“. 2010 war sie in Angela Schanelecs mehrfach ausgezeichnetem Film „Orly“ auf der Kinoleinwand zu sehen und spielte zuletzt die Carole in Michel Roddes „L’impasse du désir“, an der Seite von Laurent Lucas, ihrem Partner in „Strahlende Wüste“. 20:15-21:40 • arte

Ein Artikel zu viel
Dokumentation – Die Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja – Am 7. Oktober 2006 wurde Anna Politkowskaja in Moskau erschossen – die russische Journalistin war die schärfste Kritikerin der Tschetschenienkriege und des in ihren Augen dafür verantwortlichen russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Der Mord sorgte in Europa und den USA für Empörung und brachte das Thema „Demokratie und Meinungsfreiheit“ im Russland Putins wieder auf die Tagesordnung.

Der Filmemacher Eric Bergkraut, der Anna Politkowskaja persönlich kannte, realisierte mit unveröffentlichem Material ein ungewöhnliches Portrait Anna Politkowskajas, in dem er auch eine Menschenrechtsbilanz der Ära Putin zieht. Ausgehend von den Umständen des Mordes und dem Stand der Ermittlungen, erinnert Bergkraut mit Dokumenten an die Arbeit der Journalistin. „Ein Artikel zuviel“ zeichnet durch Interviews unter anderem mit dem Chefredakteur der Zeitung „Nowaja Gaseta“, Anna Politkowskajas Kindern, ihrem Ex-Mann und Freunden ein lebendiges Bild der mutigen Frau, die bis zu ihrem Tod für ihr Herzensanliegen, die Beendigung des Krieges in Tschetschenien, und für wirkliche Meinungsfreiheit in Russland kämpfte.

„Ein Artikel zuviel“ ist eine persönliche Spurensuche – und ein politischer Film.

Hintergrundinformationen:
Ein Film von Eric Bergkraut, Deutschland 2007. 21:02-21:45 • EinsExtra

Nachtcafé
Gastgeber und Moderator Wieland Backes. Bloß keine Vorurteile! – Talkshow mit Wieland Backes

Gäste: Professor Jens Förster, Sozialpsychologe; Henryk M. Broder, Journalist und Buchautor; Manuel Bauer, Ex-Neonazi; Dotschy Reinhardt, Musikerin; Sabine G. Fischer, Coach & Supervisorin; Gina-Lisa Lohfink, Model; Leines Gaworski, Hazienda Arche Noah e.V.

Kleine Männer sind profilneurotisch, Frauen können nicht einparken und dicke Menschen haben immer Hunger – in Klischees zu denken ist einfach. Und nützlich: Vorurteile helfen, sich leichter in der Welt zurechtzufinden. Doch Wissenschaftler warnen: Wenn Vorurteile unsere Wahrnehmung zu sehr prägen, hat die eigene Erfahrung keine Chance mehr. Zu leicht werden Menschen vorschnell abgestempelt und zu schwer fällt es, ein einmal gefälltes Urteil zu ändern. Doch sortieren wir nicht nur gerne unsere Umwelt in Schubladen; manche Menschen ordnen sich sogar bewusst bestimmten Klischees unter und gehen in dieser Rolle gänzlich auf. Welchen Einfluss haben Klischees auf unser Leben? Wie entstehen Vorurteile? Wie schwer ist es, sie abzubauen? Welche Bilder haben wir alltäglich vor Augen? Wie stark behindern sie unsere eigene Entwicklung?

Die Gäste:
„Wenn wir Fremden begegnen, denken wir erst einmal in Schubladen und Klischees“, sagt Vorurteilsforscher Professor Jens Förster. Der Sozialpsychologe entwickelte sein Forschungsthema aus persönlichen Erfahrungen, da er häufig selbst Vorurteilen ausgesetzt war. „Wer nicht dem gängigen Bild entspricht, passt eben nicht ins System“, so Förster, der neben seiner Tätigkeit als seriöser Professor regelmäßig als extravaganter Kabarettist und Chansonnier im Rampenlicht steht.

Auch Henryk M. Broder fühlt sich häufig mit Vorurteilen konfrontiert: „Die Leute sind immer überrascht, wie nett und umgänglich ich bin. Sie lesen meine Texte und denken daher, dass ich mich wie die Axt im Walde aufführe!“ Dabei empfindet der Journalist und Buchautor Vorurteile als elementaren Bestandteil unseres Lebens, es seien Meinungen und Erwartungen, die Orientierung geben, auch wenn der erste Eindruck zunächst falsch sein mag.

Als gewaltbereiter Neonazi zog Manuel Bauer voller Vorurteile durch die Straßen. Erst im Gefängnis, als ihm türkische Mithäftlinge bei einem Handgemenge unverhofft zur Seite standen, setzte sich ein Denkprozess in Gang: „Das war für mich der Ansporn alles in Frage zu stellen. Mein bisheriges Weltbild geriet ins Wanken.“ Heute hat Manuel Bauer dem Rechtextremismus abgeschworen und leistet Aufklärungsarbeit.

Wie sich Vorurteile anfühlen, hat die Sintezza Dotschy Reinhardt schon als Kind erfahren. Zum Beispiel wenn ihre Mitschüler in der oberschwäbischen Provinz sie als „dreckige Zigeunerin“ beschimpften. Heute ist die Nachfahrin von Django und Schnuckenack Reinhardt selber Jazzmusikerin, und das Selbstverständnis der Sinti ist ihr großes Anliegen. Aus dem Kreislauf der Klischees kommt sie trotzdem nicht heraus: „Wenn ich in meiner Musik von Wohnmobil und Lagenfeuermusik träume, bestätige ich doch nur wieder das gängige Vorurteil.“

Hintergrundinformationen:
Das Nachtcafé ist keine Arena für Exhibitionisten und Voyeure. Zynismus und Krokodilstränen haben keinen Platz, wohl aber Menschen aller Art, die den Zuschauern etwas zu erzählen haben. 22:00-23:30 • SWR BW, SWR RP, SWR SR

WDR-dok
Dokumentation – Film von Martin Buchholz Die 12jährige Geigerin und der 80jährige Holocaust-Überlebende: die bewegende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Und eine berührende Reise in die Vergangenheit.

Als Judith im Internet zum ersten Mal die Titelmelodie des Films „Schindlers Liste“ hörte, war sie zu Tränen gerührt. „Ich wollte das Stück unbedingt spielen“, sagt die 12jährige hochbegabte Geigerin. „Aber ich kannte die Geschichte dazu nicht!“ Nun wollte Judith alles darüber wissen. Über Freunde der Familie kam sie in Kontakt mit einem der letzten Zeitzeugen: Der 80jährige Michael Emge überlebte, weil er auf Schindlers Liste stand. Der alte Mann war bereit, sich mit wissbegierigen Mädchen zu treffen. Sie zeigt ihm ihre erste Geige, mit der sie als Dreijährige angefangen hat, spielt für ihn. Und ihre Musik baut die Brücke zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Menschen. „Ich hörte Judith spielen und habe geweint!“ sagt Emge. Als Junge, vor 70 Jahren im polnischen Krakau, war auch er ein hoffnungsvoller Geiger. Bis die Nazis kamen. 1943 deportierten die Deutschen den 14jährigen und seine Familie in das KZ Plaszow. Gerettet wurde er, als einziger der Familie, durch „Schindlers Liste“. Seinen Entlassungsschein aus Schindlers Fabrik hat Michael Emge heute noch. Doch den Namen „Emge“ sucht man auf Schindlers Liste vergeblich. Er ist misstrauisch geworden, hat viele schlechte Erfahrungen gemacht, und will seine wahre polnische Identität im Fernsehen nicht preisgeben.

Judith aber hat er sich geöffnet, hat erst gezögert und dann eingewilligt, als sie bat, mit ihr zusammen die Stationen seiner Kindheit und seines Leidensweges noch einmal zu besuchen. Ihr zu zeigen und zu erklären, was war. Er spürt, dass sie verstehen, begreifen will. Zum ersten Mal seit über 50 Jahren sieht er die Orte wieder, die sein Leben für immer verändert haben. Und zwischen ihm und der 12jährigen Judith entwickelt sich, was er nicht mehr für möglich hielt: Eine Freundschaft. 23:15-00:00 • WDR

Cosmo TV
Moderation: Till Nassif – Themen: Neonazi-Angriff ohne Folgen; Wo ist Arzu Özmen; Graue Wölfe? Wie gehen wir mit der Organisation um?

Neonazi-Angriff ohne Folgen?
Genau ein Jahr ist es nun her: im Rahmen einer politischen Bildungsveranstaltung soll im Wuppertaler Cinemaxx ein Film gezeigt werden, den Neonazis im Umkreis nicht gut finden. Kurz vor der Aufführung von „Das braune Chamäleon“ des Wuppertaler Medienprojektes greift eine Gruppe von 20 vermummten Neonazis an. Sie versprühen Reizgas, randalieren und verletzen dabei Ordnungskräfte. Von den Ermittlern der Polizei wurde das Ereignis als „versuchte Störung“ und „Tumultgeschehen“ registriert. Es wäre, so heißt es in den Akten „keine weitere Aufklärung möglich“. Also ein Angriff ohne Folgen? Das Wuppertaler Medienprojekt bittet eine Anwältin um Hilfe. Sie fordert Akteneinsicht und deckt Versäumnisse in den Ermittlungen auf, stellt Zeugen. Das Verfahren wird nun wieder aufgerollt. Cosmo TV mit allen Einzelheiten zum Fall.

Wo ist Arzu Özmen?
Eine junge Frau ist glücklich mit ihrem deutschen Freund. Für die Jesidin Arzu, die aus einer streng gläubigen, kurdischen Familie stammt ist das aber vermutlich verhängnisvoll. In der Nacht des 1. November stürmt eine Gruppe Maskierter in die Wohnung ihres Freundes. Sie bedrohen Arzu und ihren Freund mit einer Pistole, brechen ihm die Finger und verschleppen Arzu. Seitdem ist die jesidische Kurdin verschwunden. Schrecklich für Arzus Freunde. In Bielefeld spricht man von Blutrache an der eigenen Schwester im Wald und fühlt sich an eine jesidische Blutfehde erinnert, die vor Jahren die Region schockierte. Cosmo TV begibt sich auf Spurensuche in Arzus Heimatort, spricht mit Bekannten von Arzu und lässt auch die jesidischen Bürger zu Wort kommen.

Graue Wölfe? Wie gehen wir mit der Organisation um?
Alle zwei Jahre findet der so genannte Deutschland-Kongress der Türkischen Föderation in Essen statt. Der Name steht für die Grauen Wölfe. 7000 Besucher standen dieses Mal vor der Grugahalle, um dem Vorsitzenden der Nationalistischen Partei der Türkei (MHP), Devlet Bahceli, zu applaudieren. Angesichts des großen Zustroms fragt Cosmo TV: Wie sollen wir mit den als türkisch-rechtsextrem eingestuften Grauen Wölfen umgehen? Der NRW-Verfassungsschutz hat sie als Hindernis für die Integration der türkischstämmigen Bevölkerung bezeichnet. Cosmo TV fragt bei der Politik nach und trifft einen Anhänger. Er selbst ist im Vorstand der Föderation, aber auch bei den Grünen und sitzt in einem Integrationsbeirat. Wie und ob das zusammenpasst, erklärt er Cosmo TV in einem ganz persönlichen Gespräch. 02:20-02:50 • EinsExtra

Oliviero Toscani – Bilderwut
Dokumentarfilm – hat Themen wie Aids, Flüchtlingselend oder Rassismus in die Werbung geholt. Die Anzeigen und Plakate haben weltweit heftigste Proteste ausgelöst, viele sind verboten worden. Der Film porträtiert den heute 68-jährigen Italiener.

Wer erinnert sich nicht an das großformatige Werbeplakat mit dem blutdurchtränkten T-Shirt eines kosovarischen Soldaten mit dem grünen Button von United Colors of Benetton links unten im Bild? Oder an die weiß gekleidete Nonne, die einen schwarz gekleideten Priester küsst, den ausgemergelten jungen Mann, gezeichnet von der tödlichen Immunschwächekrankheit Aids, sowie das magersüchtige Modell, das für eine italienische Modemarke wirbt?

Krieg, Zölibat, Krankheit und Magersucht – Reizthemen in Bilder gefasst, die auf der ganzen Welt heftig diskutiert wurden. Sie alle stammen von Oliviero Toscani, dem Vorreiter gezielter Antiwerbung. Seine aggressive, politisch inkorrekte Werbefotografie verursachte ästhetische wie inhaltliche Aufschreie.

Der Film porträtiert den heute 68-jährigen Italiener. Er zeigt den vom Bauhaus beeinflussten Künstler, dessen Karriere mit Modeshootings für Firmen wie Fiorucci und Armani begann. Und den Privatmann, der sich 2001 mit Benetton überworfen hat und seitdem auf eigene Faust Werbekampagnen jenseits des Mainstreams initiiert, die immer wieder für heiße Diskussionen sorgen. Die Sendung blickt auf Toscanis Leben und schaut ihm bei der Entstehung aktueller Arbeiten über die Schulter. 06:45-07:30 • arte

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