TV-Tipps des Tages

21.08.2011 – Integration, Islam, Migranten, Türkei, Jerusalem Russisch

TV-Tipps des Tages sind: Sommerinterviews im hr-fernsehen; Gesichter des Islam: Friede und Gewalt; Troja, Türkei; Der Heilige Krieg: Kreuzzug nach Jerusalem; Russisch, bitte!: Ein Sprachkurs für Anfänger

Von Sonntag, 21.08.2011, 8:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 14.08.2011, 19:18 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Sommerinterviews im hr-fernsehen
Thomas Kreutzmann im Gespräch mit Jörg-Uwe Hahn – Jörg-Uwe Hahn, FDP-Landesvorsitzender und stellvertretender Ministerpräsident, ist ein Mann deutlicher Worte und manchmal auch der gezielten Provokation. So hat er kürzlich zum Urlaubsboykott gegen Dänemark aufgerufen; aus Protest gegen die ständigen dänischen Zollkontrollen sollten Deutsche lieber in Polen oder in Österreich Urlaub machen.

Hahn stellt sich dem vierten von fünf Sommerinterviews des hr-fernsehens. Es wird dabei um den Zustand der Liberalen gehen, um Landesschulden, Flughafenausbau und Autobahnbau in Hessen, aber auch um Islam und Islamismus, Zuwanderung und Jugendkriminalität, denn Hahn ist außerdem hessischer Minister der Justiz, für Integration und Europa. Das Interview führt Thomas Kreutzmann, Leiter des Wiesbadener hr-Fernsehstudios.

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In der Reihe der Sommerinterviews folgt am 28. August Volker Bouffier, CDU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident. (10:45-11:15 • HR)

Gesichter des Islam
3, Friede und Gewalt – Der Film „Frieden und Gewalt“ macht sich jenseits des politischen Tagesgeschäfts auf die Suche nach dem Verhältnis des Islams zur Gewalt. Wichtige muslimische Intellektuelle wie Tarik Ramadan oder der jüngst verstorbene Nasr Abu Zeyd beschäftigen sich mit historischen, sozialen und religiösen Aspekten des kontroversen Themas. Im Istanbuler Tonstudio erhebt die verschleierte Künstlerin Habibe ihren Klageruf gegen Gewalt, und der Meisterkalligraph Hüseyn Kutlu erklärt die Grundaussagen des Korans anhand seiner Entstehungsgeschichte. In England stellt sich Scheich Tahir-ul-Qadri mit der Veröffentlichung einer 600-seitigen Fatwa dem islamischen Terrorismus entgegen und Streetworker arbeiten mit jungen Männern, die in den Extremismus abzudriften drohen. In Indonesien besuchen wir junge Schülerinnen und Schüler eines religiösen Internats, dessen Leiter sich aus tiefstem Herzen dem indonesischen Prinzip der Toleranz und des gegenseitigen Respekts verpflichtet fühlt. (16:30-17:00 • WDR)

Troja, Türkei
Schicksalshügel der Archäologie (17:45-18:00 • PHOENIX)

Der Heilige Krieg (2)
Dokumentation (Kultur – Religion, Kirche) – Fünfteilige Dokumentarreihe – Der Begriff „Kreuzzug“ hat in der islamischen Welt einen ähnlich negativen Klang wie das Wort „Dschihad“ in der westlichen. Er wurde zum Synonym „Heiliger Kriege“ der Christenheit. 400 Jahre nach der muslimischen Expansion in der Nachfolge Mohammeds holte Europa zum Gegenschlag aus. „Gott will es“, lautete die Losung der Kreuzfahrer, die sich in Westeuropa sammelten. Die Befreiung des „Heiligen Landes“ aus muslimischer Hand galt als Weg zum Erlass von Sündenstrafen. Doch die Motive der Kreuzzüge waren vielschichtig. Es ging nicht nur um das Seelenheil und „Bruderhilfe“ für bedrohte Christen im Nahen Osten, sondern auch um die Macht der Kirche und neue Herrschaftsgebiete. Am Ende der ersten – vom Papst persönlich – sakralisierten Heerfahrt stand die Eroberung Jerusalems 1099. Bei der Erstürmung der Stadt richteten christliche Ritter ein Massaker an, das unvergessen blieb. In einer Rückbesinnung auf den „Dschihad“ der ersten Nachfolger Mohammeds bündelten muslimische Herrscher nach und nach ihre Kräfte, um die verlorenen Territorien wieder zurückzugewinnen. Das hinderte beide Seiten nicht daran, auch Allianzen einzugehen. Manche Europäer empfanden sogar Bewunderung für die islamische Zivilisation. Zur legendären Figur wurde Sultan Saladin, der zum „Dschihad“ gegen die Franken aufrufen ließ und Jerusalem 1187 für die Muslime zurückeroberte. Anders als die christlichen Ritter verschonte er dabei die Zivilbevölkerung. Auch der römisch-deutsche Kaiser Friedrich II. suchte die Verständigung. Der Staufer erwirkte 1229 ohne einen Schwerthieb die Rückgabe Jerusalems an die Christen durch geschicktes Verhandeln. Die Muslime durften ihre heiligen Stätten weiter ungehindert besuchen, ein historisch einmaliger Vorgang in den Beziehungen zwischen Orient und Okzident.

Die Bilanz der Kreuzzüge ins „Heilige Land“ ist düster. Insgesamt starben hunderttausende Kreuzfahrer, aber auch eine große Zahl islamischer Krieger sowie Zivilisten – Christen, Juden und Muslime. Die Ereignisse sollten das Verhältnis der Religionen auf lange Sicht beeinflussen. Der islamische Fundamentalismus der Gegenwart zieht eine direkte Linie von den Kreuzzügen über die Zeit des Kolonialismus bis hin zu den Golfkriegen und „Anti-Terror-Maßnahmen“ des Westens nach dem 11. September. Vor allem für radikale Muslime bleibt der Begriff „Kreuzzug“ die historische Chiffre für westliche Aggression, Unterwanderung und Besatzung und dient Al-Kaida als willkürliche Legitimation für den „Dschihad“ im Zeichen des Terrors. (19:30-20:15 • ZDF)

Russisch, bitte!
1/30, Ein Sprachkurs für Anfänger – Russisch lernen vom Fernsehsessel aus! Eine nützliche Einführung beispielsweise für Touristen, die nach Russland reisen wollen. In insgesamt 30 Sendungen à 30 Minuten können Anfänger das kyrillische Alphabet und den Grundwortschatz dieser als schwierig geltenden Sprache erlernen. Dafür sorgt u.a. die Russischlehrerin Olga Barbian, die charmant durch die Sendung führt. (07:45-08:15 • BR-alpha)

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