TV-Tipps des Tages

14.06.2011 – Ausländer, Muslime, Multikultur, Türken, Integration

Die TV-Tipps des Tages sind: Großstadtrevier, Just a Kiss: Ken Loachs "Just a Kiss" erzählt eine anrührende Romeo-und-Julia-Liebesgeschichte, die an multikulturellen Barrieren zu zerbrechen droht.

Von Dienstag, 14.06.2011, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 13.06.2011, 20:41 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Großstadtrevier
Fernsehserie – Aus einem Wagen, der von Skinheads mutwillig zerstört wurde, ist eine Pistole gestohlen worden. Ellen und Dirk verfolgen die Täter, die von einer Augenzeugin identifiziert wurden. Die drei Kriminellen sind unterwegs zur Strafanstalt Fuhlsbüttel, um den Bruder von einem der Skinheads abzuholen, der einen Hafturlaub antritt. Dieser Mann, Olaf, ist das Idol der Skinheads, denn er hat bei einer Straßenschlacht einem Türken mit einem Baseballschläger den Schädel eingeschlagen. Inzwischen jedoch ist er älter geworden, hat dazugelernt. Im Grunde will er mit der Skinhead- Szene nichts mehr zu tun haben. Sein erster und wichtigster Besuch gilt seiner Freundin Renate, die er gern heiraten und mit der er ein bürgerliches Leben führen möchte. Tatsächlich scheint alles in seinem Sinne zu laufen. Aber er hat die Rechnung ohne sein „Brüderchen“ gemacht. (18:50-19:40 • Das Erste (ARD[/efn_note]

Just a Kiss
Ken Loachs „Just a Kiss“ erzählt eine anrührende Romeo-und-Julia-Liebesgeschichte, die an multikulturellen Barrieren zu zerbrechen droht.

Casim, Sohn pakistanischer Einwanderer, zieht nachts als DJ durch die Clubs von Glasgow. Tagsüber träumt er davon, eine eigene Disco zu eröffnen, und werkelt lustlos mit an einem Anbau im Vorgarten seiner Eltern. Nach dem Willen seines streng muslimischen Vaters soll Casim hier mit seiner künftigen Frau leben, einer Cousine aus Pakistan, der er seit Jahren versprochen ist. Als Casim sich spontan in die irische Musiklehrerin Roisin verliebt, muss er die Beziehung geheim halten. Falls einer seiner Verwandten ihn auf der Straße mit einer „Goree“, einer weißen Europäerin, sähe, wäre dies eine große Familienschande. So gibt Casim vor, zu einem Freund zu ziehen, und lebt heimlich mit Roisin zusammen. Völlig unerwartet bekommt auch Roisin Probleme mit der religiösen Tradition: Für die ersehnte Vollzeitstelle an ihrer katholischen Schule benötigt sie eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ des Gemeindepriesters. Eine bloße Formalität, sollte man meinen. Doch der Geistliche, der ihr nachspioniert und herausgefunden hat, dass die noch verheiratete Roisin mit Casim „in Sünde“ lebt, verweigert die Unterschrift. Als der einsichtige Schuldirektor die fähige Lehrerin trotzdem einstellt, scheint sich für die beiden Liebenden alles zum Guten zu wenden. Doch Casims ältere Schwester Rukhsana heckt einen finsteren Plan aus, um die beiden zu trennen, ihren Bruder auf den Pfad der Tugend zurückzuführen und die Familienehre zu retten.

Als unbestechlicher Chronist und Ankläger sozialer Missstände zählt der politisch engagierte Regisseur Ken Loach (u.a.: „Mein Name ist Joe“, „Carla’s Song“) zu den renommiertesten europäischen Filmemachern. Ohne seine penibel recherchierte Genauigkeit aufzugeben, erzählt Loach in „Just a Kiss“ eine menschlich bewegende Romeo-und-Julia-Liebesgeschichte zwischen einem pakistanischen Einwanderer und einer irisch-katholischen Musiklehrerin. „Just a Kiss“ lief im Wettbewerb der Berlinale 2004 und gewann den Kirchenpreis der ökumenischen Jury sowie den Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater. Das rbb Fernsehen sendet „Just a Kiss“ zu Ehren des britischen Regisseurs Ken Loach, der am 17. Juni 75 Jahre alt wird. (23:00-00:40 • RBB Berlin, RBB Brandenburg)

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