Über eine Quote nachdenken

Beschäftigung im öffentlichen Dienst

Auf der 1. Bundesmigrationskonferenz ging es um die Erhöhung des Anteils von Migranten in öffentlichen Dienst. Denn dort sind sie im Verhältnis zu ihrem Anteil in der Bevölkerung deutlich unterrepräsentiert.

Freitag, 20.05.2011, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.05.2011, 9:34 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Im Mittelpunkt stand das Ziel einer verbesserten gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt. Ein Beispiel für verbesserte gesellschaftliche Teilhabe ist die Einführung eines kommunalen Wahlrechts für Drittstaatsangehörige. In der Arbeitswelt ist ein zentrales Thema der Zugang zu Beschäftigung. Bezogen auf einen wichtigen Organisationsbereich von ver.di, dem öffentlichen Dienst, ist das ein Punkt, an dem sich einiges ändern muss. Denn im öffentlichen Dienst sind Menschen mit Migrationshintergrund im Verhältnis zu ihrem Anteil in der Bevölkerung deutlich unterrepräsentiert – ein Zustand, den ver.di seit langem beklagt.

Ein wichtiger Ansatzpunkt, um etwas zu ändern, ist das im Bundesministerium des Inneren (BMI) angesiedelte Dialogforum „Migranten im öffentlichen Dienst“, an dem ver.di beteiligt ist. Im Nationalen Integrationsplan hat das BMI sich verpflichtet, den Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund zu erhöhen. Über das Dialogforum sollen die Akteure auf diesem Feld einbezogen werden. ver.di hat die Aufgabe übernommen, in ihrem Bereich über die Möglichkeit der Beschäftigung im öffentlichen Dienst zu informieren und dabei auch die Personalräte anzusprechen und dafür zu werben, sich des Themas anzunehmen.

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Der Migrationsausschuss von ver.di drängt auch außerhalb des Dialogforums auf eine Verringerung der Zugangshürden für Migranten zum öffentlichen Dienst. So gab es in der Diskussion auf der Bundesmigrationskonferenz die Forderung nach einer Quote für Auszubildende im öffentlichen Dienst. Eine solche Forderung – so ein anderes Argument – könne man als Gewerkschaft sehr viel glaubhafter vertreten, wenn man mit gutem Beispiel vorangeht.

Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske ging in seinem Referat auf der Bundesmigrationskonferenz auf das Thema ein. Bei der Einstellung von Nachwuchssekretären müsse ver.di über eine Quote nachdenken, so Bsirske. Pro Jahr werden 15, 16 Nachwuchssekretäre eingestellt, wenn davon drei oder vier einen Migrationshintergrund haben ist man aus Sicht des ver.di-Vorsitzenden einen Schritt weiter. Um auch an die entsprechenden Bewerber heranzukommen, hat die Personalabteilung ver.di-Beschäftigte mit Migrationshintergrund eingeladen, um zu prüfen, ob sie in ihren Netzwerken Menschen kennen, die Interesse an einer solchen Tätigkeit haben. Hier scheint es so, als sei ein Anfang gemacht.

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