Nordrhein-Westfalen

Stadtteilmütter – Aktiv für Arbeit und Integration

Offizieller Startschuss für „Stadtteilmütter in Nordrhein-Westfalen – Aktiv für Arbeit und Integration“. Arbeitslose Migrantinnen sollen als soziale Ansprechpartnerinnen für Migrantenfamilien in ihrem Stadtteil qualifiziert werden.

Mittwoch, 23.02.2011, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 25.02.2011, 11:41 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) und Christiane Schönefeld, Chefin der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, haben am Montag den offiziellen Startschuss für das Projekt „Stadtteilmütter in Nordrhein-Westfalen – Aktiv für Arbeit und Integration“ gegeben.

Ziel ist es, arbeitslose Frauen mit Zuwanderungsgeschichte als soziale Ansprechpartnerinnen für Migrantenfamilien in ihrem Stadtteil zu qualifizieren. Bei Fragen zur Erziehung, Gesundheit, Schule und Ausbildung sollen sie den Familien Wege zu geeigneten Beratungsstellen, Ämtern oder Institutionen weisen. Zugleich qualifizieren sich die „Stadtteilmütter“ selbst weiter – beispielsweise für eine Tätigkeit im sozialen Bereich.

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„Menschen mit Zuwanderungsgeschichte wissen oft nicht, wohin sie sich mit ihren Fragen und Problemen wenden können. Weil die Stadtteilmütter selbst Kinder haben, die Sprache ihrer Klienten sprechen und deren Probleme kennen, werden sie akzeptiert und sind ideale Multiplikatorinnen. Dass wir mit diesem Projekt gleichzeitig die persönlichen und beruflichen Potenziale noch arbeitsloser Migrantinnen erschließen, freut mich als Arbeits- und Integrationsminister besonders“, so Schneider.

Info: In NRW leben rund 4,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Im Vergleich zu Menschen ohne Migrationshintergrund sind sie mehr als doppelt so häufig von Erwerbslosigkeit betroffen. Die Erwerbslosenquote bei Menschen mit Zuwanderungsgeschichte lag im Jahr 2009 bei 13,9 Prozent, bei Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte bei 6 Prozent.

Migranten häufiger erwerbslos
Schönefeld ergänzt: „Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind doppelt so häufig arbeitslos wie Menschen ohne Migrationshintergrund und haben überdurchschnittlich oft keine abgeschlossene Berufsausbildung. Ihre Ausbildung und Integration in Arbeit ist einer der Schlüssel zur Deckung des zunehmenden Fachkräftebedarfs. Die Stadtteilmütter leisten dazu einen großen Beitrag: Für sich selbst, und für ihre Community, die sie über Ausbildung und Arbeit informieren.“

Das Pilotprojekt „Stadtteilmütter in Nordrhein-Westfalen – Aktiv für Arbeit und Integration“ startet in den Modellstädten Bochum, Dortmund und Essen mit 55 Frauen, die nach einer Qualifizierungsphase von sechs Monaten ihre praktische Tätigkeit als Stadtteilmütter aufnehmen werden. Während der insgesamt 18-monatigen Projektphase erhalten die Frauen Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende vom zuständigen Jobcenter.

Durchgeführt wird das Projekt von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe gemeinsam mit den Jobcentern und den Trägern der Diakonie an den Standorten Bochum, Dortmund und Essen. In Essen hat die Qualifizierungsphase mit 25 Teilnehmerinnen bereits am 1. Februar begonnen, Bochum und Dortmund gehen im März an den Start. (sb)

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