IAB Studie

Zuwanderung führt zu mehr Gehalt bei deutschen Arbeitnehmern

Auf längere Sicht gewinnen die einheimischen Arbeitskräfte durch Zuwanderung. Das geht aus einer Studie des IAB hervor. Die Verlierer seien dagegen die bereits im Land lebenden Ausländer: Ihre Löhne sinken und die Arbeitslosigkeitsrisiken nehmen für sie zu.

Donnerstag, 23.12.2010, 8:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Simulationen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf Grundlage eines neu entwickelten Schätzmodells zeigen: Bei einer Nettozuwanderung von insgesamt rund 450.000 Erwerbspersonen wäre der Lohnrückgang für die einheimische Bevölkerung mit 0,1 Prozent nur sehr gering. Auch der Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte wäre moderat.

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Begriffsdefinition: Zu den Begriffen „Ausländer“ und „Einheimische“: Um die Arbeitsmarktwirkung von Migration umfassend zu analysieren, werden Ausländer in dieser IAB-Studie weiter definiert als sonst üblich. Dazu zählen ausländische Staatsbürger, in Deutschland eingebürgerte Ausländer sowie Spätaussiedler. Als Einheimische gelten entsprechend alle anderen Personen.

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Löhne von Deutschen steigen
Langfristig würden die Löhne der einheimischen Bevölkerung sogar um 0,1 Prozent steigen und die Arbeitslosenquote um 0,06 Prozent sinken. Die bereits in Deutschland lebenden Ausländer verlieren dagegen durch die Zuwanderung. Ihre Arbeitslosenquote würde den Simulationsrechnungen zufolge langfristig um 1,2 Prozentpunkte steigen und ihre Löhne würden um 1,1 Prozent fallen.

Ursache dafür sei, dass die Neuzuwanderer stärker mit den bereits in Deutschland lebenden Ausländern als mit den einheimischen Arbeitskräften konkurrieren. Dadurch fallen die Verdrängungseffekte für Ausländer auch sehr viel stärker als für Einheimische aus. „Die Ausländer tragen damit die Kosten der Migration“, schreiben die IAB-Arbeitsmarktforscher Herbert Brücker und Elke Jahn in ihrer Studie.

Download: Die IAB Studie gibt es als PDF-Datei auf den Internetseiten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung als kostenloses Download.

Deutschland profitiert von Zuwanderung
Gesamtwirtschaftlich betrachtet profitiere Deutschland von Zuwanderung. Die Bilanz falle umso günstiger aus, je höher die Qualifikation der Zuwanderer sei und je besser die Zuwanderer in den Arbeitsmarkt integriert seien. Brücker und Jahn empfehlen daher die verbesserte Anerkennung von ausländischen Abschlüssen, den Abbau von Diskriminierungen am Arbeitsmarkt und die verstärkte Förderung der Sprachkompetenz von Migranten. (etb)

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  1. Karl Willemsen sagt:

    „Gesamtwirtschaftlich betrachtet profitiere Deutschland von Zuwanderung. Die Bilanz falle umso günstiger aus, je höher die Qualifikation der Zuwanderer sei und je besser die Zuwanderer in den Arbeitsmarkt integriert seien. “

    Ist die Umkehrung gestattet, dass die Bilanz umso UNgünstiger ausfällt, je NIEDRIGER die Qualifikation der Zuwanderer sei und je SCHLECHTER die Zuwanderer in den Arbeitsmarkt integriert sind…? oder gilt dies bereits schon als rechtsradikaler Sarrazynismus?

    Wäre es dann nicht eine logische Empfehlung, auf derartige Zuwanderung zu verzichten, zumal sie – wie dem Artikel zu entnehmen – zu Lasten der bereits ansässigen Zuwanderer geht?

    Und was „die Verdrängungseffekte“ angeht – wer da auch immer wen verdrängen mag – die „Verdrängten“ werden sich wohl üblicherweise in der Sozialhilfe wiederfinden, deren Kosten vom Steuerzahler aufzubringen sind… soweit ich weiss differenziert da das Finanzamt nicht zw. Alt-Zuwanderern, Neu-Zuwanderern und Nichtzuwanderern.