Kinderarmut

Alleinerziehende Migranten besonders betroffen

Anlässlich des Weltkindertages warnt der Berliner Kinderschutzbund vor steigender Kinderarmut mit Berlin als Spitzenreiter. Besonders betroffen sind Alleinerziehende mit Migrantionshintergrund.

Donnerstag, 16.09.2010, 7:55 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 17.09.2010, 10:38 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Kinderarmut ist in der ganzen Bundesrepublik keine Randerscheinung, in Berlin ist sie alarmierend hoch. Zum fünften Mal ist Berlin Spitzenreiterin in der Bundesrepublik. Der Kinderschutzbund berichtet, dass die Zahl der hilfebedürftigen Kinder unter 15 Jahren im vergangenen Jahr wieder angestiegen ist.

Angesichts der prekären Lage, fordert der Berliner Kinderschutzbund von den Verantwortlichen, endlich geeignete Maßnahmen zu ergreifen. „Wenn wir nicht umgehend gezielt etwas gegen Kinderarmut unternehmen, geben wir den Großteil einer ganzen Generation verloren“, sagte Sabine Walther gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin anlässlich des Weltkindertages. Besonders betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden und mit Migrationshintergrund.

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Für Elfi Jantzen, familienpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, bedeutet das Leben in Armut für Kinder „dramatisch weniger Chancen auf Teilhabe an sozialen und kulturellen Aktivitäten, auf ein Leben in Gesundheit und auf einen guten Schulabschluss. Wer aus finanziellen Gründen an Klassenfahrten und Ausflügen nicht teilnehmen kann, wird diskriminiert und gesellschaftlich ausgegrenzt.“

Bildungs- und Teilhabechancen verbessern
Wichtig sei es, die Bildungs- und Teilhabechancen zu verbessern. Dazu brauche es ressortübergreifende Maßnahmen zur Bekämpfung und Verhinderung von Kinderarmut in Berlin. „Angebote für Kinder und Familien, wie beispielsweise Kindertagesstätten, Familienbildung, Familienberatung etc. müssen stärker auf den Bedarf armer und sozial benachteiligter Kinder ausgerichtet werden. Kinder, die unter Bedingungen von Armut oder in prekären Situationen aufwachsen, brauchen gute Kitas und Schulen, die sie viel früher als bisher individuell und ganzheitlich fördern sowie Ungerechtigkeiten beim Erwerb von Bildung abbauen“, so Jantzen.

Insbesondere Eltern in prekären Verhältnissen und mit Migrationshintergrund müssten besser mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten erreicht werden, damit sie Aufklärungsangebote stärker annehmen und die Kinder frühzeitig zur Kita schicken, um den Teufelskreis von schlechter Bildung und Armut zu überwinden.

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