Türkische Presse Europa

13.04.2010 – Islamkonferenz, Laschet, Türkei

Thema der Berichterstattung in den Europaausgaben türkischer Tageszeitungen sind unter anderem die Aussagen von Prof. Dr. Hans Michael Heining zur Islamkonferenz und der Beraterin des Innenministers De Mazière, Necla Kelek. Das Themenspektrum reicht desweiteren von der Forderung des DITIB-Vorsitzenden Sadi Arslans, den Islam in Deutschland mit den anderen Religionsgemeinschaften rechtlich gleichzustellen, über die Gründung des Ministeriums für Auslandstürken bis hin zur Pädophilie in Deutschland.

Mittwoch, 14.04.2010, 8:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 25.08.2010, 0:14 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Sadi Arslan fordert die Anerkennung der Muslime in Deutschland als offizielle Religionsgemeinschaft
Auf einer Veranstaltung anlässlich der Geburtswoche des Propheten Muhammad (saw) habe der Vorsitzende der DITIB, Sadi Arslan, gefordert, dass man dem Islam in Deutschland endlich den offiziellen Status als anerkannte Religion gewähren müsse. Dies sei für die Muslime notwendig, damit sie „auch rechtlich mit Anhängern anderer Religionen gleichgestellt sind“, zitieren SABAH und TÜRKIYE. Zudem habe er gesagt, dass den muslimischen Kindern in den deutschen Schulen Islamunterricht erteilt werden sollte.

Ministerium für Auslandstürken soll unnötige Bürokratie ersparen
Nach dem Erlass des Gesetzesentwurfes zur Gründung eines Ministeriums für Auslandstürken habe der türkische Staatsminister Faruk Celik erklärt, dass in Zukunft vor allem unnötige Bürokratie erspart bleiben werde. „Von Amerika über Europa bis hin zum Kaukasus haben wir nur positive Rückmeldungen und Gratulationen erhalten“, betonte Celik. Allerdings werde die personelle Besetzung bis zum Ende des Jahres andauern und somit den Beginn der Aktivität hinauszögern, da nur Personen eingestellt werden, die die Sprache des jeweiligen Landes sehr gut beherrschen und sich mit der heimischen Kultur sowie den Problemen der türkischstämmigen Migranten in den jeweiligen Ländern bestens auskennen. (SABAH und TÜRKIYE)

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Hans Michael Heining: Ohne Mitwirkung der bisher bestehenden Verbände ist die Deutsche Islamkonferenz zum Scheitern verurteilt
Die ZAMAN zitiert ausführlich einen FAZ-Kommentar Hans Michael Heinings, Professor an der juristischen Fakultät der Universität Göttingen und Experte insbesondere für Kirchen- und Staatskirchenrecht, wonach eine Islamkonferenz „ohne Mitwirkung der bisher bestehenden Verbände (…) zum Scheitern verurteilt“ sei. Einzelpersönlichkeiten, Prominente und Intellektuelle könnten die Verbände nicht ersetzen, da sie „von niemandem legitimiert sind und sich gegenüber niemandem rechtfertigen müssen“, so Heinings in seiner Begründung. Wenn die Muslime sich von den bestehenden Verbänden nicht repräsentiert fühlten, müssten sie selbst Vereine gründen. „Das sind die Spielregeln in einer freiheitlichen Demokratie. (…) Dem religiös-weltanschaulich neutralen Staat aber bleibt nichts anderes übrig, als mit den islamischen Verbänden zusammenzuarbeiten, die die Gesellschaft hervorbringt. Sich einen ihm besonders genehmen Partner schaffen darf er nicht“, erklärt er.

„Das Grundgesetz verbietet die Einrichtung einer Staatskirche, ergo auch eines Staatsislams. Für die kemalistische Lösung eines staatlich gelenkten Islams lässt unsere Verfassungsordnung keinen Raum. Ebenso wenig darf der Staat im Widerstreit zwischen konservativen und progressiven Strömungen einer Religion Partei ergreifen. Wer den Bundesinnenminister aufruft, die Moderatorenrolle zu verlassen, fordert ihn zum Bruch der Verfassung auf“, so Heinings weiter. Die Neutralität des Staates in Religionsangelegenheiten sei „eine zivilisatorische Errungenschaft ersten Ranges in Europa.“

Scharfe Kritik an der persönlichen Beraterin des Bundesinnenministers de Maizière, Necla Kelek, blieb nicht aus. „Liest man Necla Kelek, kann man auf den Gedanken kommen, sie halte jeden Zusammenschluss von Muslimen für eine Verschwörung zur Entmündigung des einzelnen Gläubigen.“ Daher erhoffe sich Heinings, „dass der Minister nicht auf seine jüngst bestellte Beraterin hören wird.“

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