Türkische Presse Europa

20.02.2010 – Körting, Bosbach, Vorurteile, Hartz IV

In der türkischsprachigen Presse vom Samstag wird umfangreich über einen Vortrag des Berliner Innensenators zum Thema Doppelstaatlichkeit berichtet. Außerdem wird die Kritik Dagdelens an Wolfgang Bosbach wiedergegeben und die Debatte zu Hartz IV angerissen.

Montag, 22.02.2010, 8:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 23:58 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Körting: Türken sind ein Teil Deutschlands
SABAH, HÜRRIYET und MILLIYET geben einen Vortrag des Berliner Innensenators Erhardt Körting auf einer Tagung des Türkisch-Deutschen Unternehmervereins wieder. Dabei habe der Innensenator die Türken als Teil Deutschlands bezeichnet. Er habe herausgestellt, dass diese Deutsche mit türkischem Hintergrund seien und habe die doppelte Staatsbürgerschaft verteidigt. Weiterhin habe er Verständnis dafür, dass Forderungen nach einem Türkischunterricht an der Schule für den Erhalt der Kultur gefordert werde und sich die türkische Regierung sich um die Türken in Deutschland kümmere. Für ihn sei es jedoch ein Problem, wenn diese Menschen für den Nationalismus missbraucht werden.

Diesen dürfe nicht gesagt werden, sie seien Türken und sollen auch Türken bleiben, denn sie seien eigentlich Deutsche mit einer türkischen Herkunft. Körting sprach sich zudem für eine Förderung der Einbürgerung an und kritisierte die derzeit bestehende Optionsregelung für Jugendliche, wonach sie mit 21 Jahren entscheiden müssen, welcher Staatsangehörigkeit sie angehören wollen. Hier müsse es die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft geben.

Weiterhin erklärte Körting, dass 40 Prozent der Frauen, die wegen häuslicher Gewalt sich an die Polizei wenden, einen türkischen Hintergrund hätten. Dies zeige, dass es ein Vertrauen gegenüber der Polizei gebe. Acht bis zehn Prozent der Polizisten in Berlin hätten einen Migrationshintergrund, diese jedoch ohne eine Quotenregelung.

Dagdelen: Bosbach verstärkt Vorurteile
Die Bundestagsabgeordnete der Linken, Sevim Dagdelen, kritisierte die Aussage des Vorsitzenden des Innenausschusses des Bundestages, Wolfgang Bosbach, für seine Aussage, dass Migranten keine Integration wünschen. Solche Aussagen würden  bestehende Vorurteile bestärken und den Rassismus stärken. Auch stimme es nicht, wenn Bosbach behaupte, dass Migranten kein Interesse an den Integrationskursen hätten. Dies würden die offiziellen Zahlen der eigenen Bundesregierung nicht bestehen, zitieren HÜRRIYET, TÜRKIYE  und ZAMAN Dagdelen.

Migranten werden zu Hartz IV verurteilt
In der TÜRKIYE, ZAMAN und HÜRRIYET kritisiert der Grünen-Abgeordnete Memet Kilic für ihre Integrations- und Antidiskriminierungspolitik. In Deutschland hätten Migranten vielfältige Nachteile zu bewältigen. In der Ausbildung und bei der Arbeitssuche würde man sie Ausgrenzen und Rentner würden nicht mehr mit ihrer Rente auskommen können. Das Dreigliedrige Schulsystem benachteilige insbesondere Migrantenkinder.

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